Inklusionsteam des BV Wiesdorf schlägt die Deutsche Nationalmannschaft CP mit 4:2

Einen besonderen Spielpartner hatte heute das Inklusionsteam des BV Wiesdorf auf seinem Tennenplatz „Am Stadtpark“ in Leverkusen. Die Nationalmannschaft Fussball CP trat beim BV Wiesdorf an. Bei „CP“, auch unter „Football 7-a-Side“ bekannt, handelt es sich um Spielerinnen und Spieler mit celebralen Bewegungsstörungen.

Inklusionsteam des BV Wiesdorf schlägt die Deutsche Nationalmannschaft CP mit 4:2

Die nicht gänzlich optimalen Platzverhältnisse hinderten beide Teams nicht daran, ein jederzeit engagiertes wie gleichermaßen jedoch auch stets faires Spiel den recht zahlreich erschienenen Zuschauern zu zeigen. So hatte der Schiedsrichter Edmund Kinzel keinerlei Probleme bei der Spielleitung.

Am Ende der zweimal 30 Minuten stand es erstaunlicherweise 4:2 (3:2) für die Wiesdorfer, dies war jedoch eigentlich eher zweitrangig. Bei dem gestrigen Testmatch hatten das Nationalteam CP noch mit 8:3 (0:2) gewonnen gehabt.

Der Trainings- und Spielbetrieb der Nationalmannschaft CP wird primär durch den Deutschen Behindertensportverband (DBS) organisiert, einer der Unterstützer ist zudem die Sepp-Herberger-Stiftung mit Sitz in Hennef.

Schon ein wenig mehr im Mittelpunkt als die anderen Akteure stand Kevin Patrick Kiry, auch 2. Vorsitzender des BV Wiesdorf, der mit einer Unterschenkel-Spezialprothese seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Fußball, nachgeht.

Dieser wird schon seit Jahresanfang für eine WDR-Dokumentation über ein komplettes Jahr von der Filmemacherin Andrea Schuler begleitet. Das Ergebnis der dann etwa 45minütigen Dokumentation der Serie „Menschen hautnah“ wird vermutlich im Sommer 2018 beim WDR zu sehen sein.

Dieser scheint sich inzwischen zwar an die Begleitung mit Kammara und Mikro gewöhnt zu haben, konnte jedoch nach Spielschluss nicht verhehlen: „Als vor Spielbeginn die Nationalhymne gespielt wurde, konnte ich ein Träne nicht wirklich unterdrücken“.

Unter den Zuschauern, bei eher bescheidenen Wetterverhältnissen, waren auch Hans Willy Zolper, Beauftragter für Handicap-Fußball beim Fußballverband Mittelrhein, der Kölner Kreisvorsitzende Werner Jung-Stadié sowie Detlef Winkler, Vorsitzender des Kreisjugend-Ausschusses Köln.

In Zukunft gilt es sicher noch eindeutige Regeln speziell beim Tragen von Prothesen aufzustellen, damit Diskussionen für alle Beteiligten inklusive der Unparteiischen in Bezug auf eine Gefährdung der Aktiven vermieden werden können. Dies gilt vor allem dann, wenn Spieler im Sinne einer Inklusion am „regulären Spielbetrieb“ teilnehmen wollen, so auch beim BW Wiesdorf  Kevin Kiry.

Zufrieden zeigte sich nach dem Spiel auch Conny Frank Fritsch, der Cheftrainer der Nationalmannschaft: „Das Ergebnis war heute nicht so wichtig, ich hatte jedoch die Gelegenheit eine Reihe von Spielern zu sichten, deren Spielweise besser kennen zu lernen“.

Auch für den BV Wiesdorf war dies heute ein besonderer Tag, freute sich der Vorsitzende Armin Malewski nicht nur über den Sieg und die vielen Zuschauer, trotz des Karnevalsbeginnes am 11.11., man hofft vor allem, durch diese Öffentlichkeitswirksamkeit ein wenig zum Erhalt der Sportanlage „Am Stadtpark“ beigetragen zu haben. Die zuständigen Gremien und Stellen bei der Stadt Leverkusen haben hier bestimmte Umwandlungspläne. Malewski: „Wir hoffen auf einen Sinneswandel, dass uns unsere sportliche Heimat auch im Sinne einer Weiterentwicklung des Vereins erhalten bleibt, hier sind wir auch durchweg bereit, wesentlich dazu beizutragen, dass sich der derzeit teils eher traurige Zustand der Anlage zeitgemäß verändert. Einiges konnten wir in den letzten Wochen mit viel eigenem Engagement bereits verbessern“.

Fotos: Hans Willy Zolper, Detlef Winkler und Werner Jung-Stadié

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