Es war ein langer, heißer Abend – und für die B-Junioren-Fußballer des FC Hennef endete er mit einer spontanen Kabinen-Party. „Die Jungs haben es sich verdient zu feiern“, fand FCH-Coach Mutlu Demir, der selbst einen ruhigeren Ausklang bevorzugte, um den Erfolg im ARAG Pokal zu genießen und sacken zu lassen. Zu verarbeiten gab es einiges. Das Finale gegen den Nachwuchs des 1. FC Köln war nichts für schwache Nerven. Letztlich setzte sich Hennef auf heimischen Platz mit 4:3 (0:1, 3:3) nach Verlängerung durch. „Beide Teams haben ein gutes Spiel gemacht. Wer mehr Tore macht, hat am Ende auch verdient gewonnen. Das war heute Hennef. Ich bin dennoch stolz auf meine Mannschaft, weil die Jungs alles reingehauen haben“, zeigte sich der Kölner U-16-Trainer Manuel Hartmann als fairer Verlierer.
Seine Elf, die sich im Semifinale mit 3:2 beim S.C. Fortuna Köln durchgesetzt hatte, bestimmte die erste Hälfte und ging zu Recht durch einen leicht abgefälschten Schuss von Alexander Schroeder in Führung (18.). „Köln hat zunächst überragend gespielt, wir haben keine Lösung gefunden“, erkannte Demir an. Doch seine Mannschaft wurde nach dem Wechsel besser. Als entscheidender Faktor erwies sich Umut Ünal, dem das 1:1 glückte (49.) und der später weitere zwei Treffer erzielen sollte. Zunächst aber schlug wieder der FC zu: Isaiah Amani Izuagie traf erst zum 2:1 (52.) und nach dem erneuten Ausgleich durch einen Kopfball von Hamza Mus (54.) legte er auch das 3:2 nach (71.).
Umut Ünal avanciert zum Matchwinner
Die Hennefer Antwort hieß Ünal, der einen Freistoß zum 3:3 nutzte und damit die Tür zur Verlängerung aufstieß (79.). Als Knackpunkt in der Extrazeit erwies sich dann der Platzverweis von FC-Keeper Roman Inden, der einen gegnerischen Vorstoß außerhalb des Strafraums mit der Hand stoppte und Rot sah (90.+1). Weil die Kölner nicht mehr wechseln durften, musste Feldspieler Schroeder ins Tor, der den fälligen Freistoß von Ünal aber nicht parieren konnte. „Wir haben dann nochmal alles versucht, aber hatten kaum noch Körner“, so Trainer Hartmann. Demir war einfach nur glücklich. „Wir haben im Halbfinale Bayer 04 geschlagen und nun den FC, das ist schon stark“, sagte er.
Mit einem doppelten Triumph endete vier Tage zuvor der Finalspieltag im ARAG Pokal für die Nachwuchsfußballer des S.C. Fortuna Köln. In Hennef setzten sich zunächst die D-Junioren des Klubs aus der Kölner Südstadt gegen den SV Bergfried Leverkusen mit 3:2 (0:2) durch, ehe die Fortuna-C-Junioren mit 6:1 (2:0) gegen den Mittelrheinligisten JSG Erft gewannen. Der Tag begann mit der Partie der D-Junioren – und die bot dann gleich mal Spannung pur und prickelnde Pokalatmosphäre. Rund 150 Anhänger hatten den SV Bergfried nach Hennef begleitet und feuerten ihr Team an. „Wir hatten eigens zwei Busse organisiert, die Stimmung war super“, sagte Bergfried-Coach Patrick Kühler, der sich über einen perfekten Start seines Teams freuen konnte. Nach wenigen Minuten brachte ein Kopfballtreffer von Louis Kalandranis im Anschluss an eine Ecke das Leverkusener Team in diesem Duell zweier Mittelrheinligisten in Führung.
Levi Stein legt starken Auftritt hin
Und es kam noch besser für Vizemeister SV Bergfried. Yussuf Ouahim legte mit einem Schuss aus der zweiten Reihe das 2:0 nach. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Kölner immer stärker. Dennoch kam Bergfried noch einmal zu einer guten Gelegenheit, die allerdings ungenutzt blieb. „Ein 3:0 hätten vielleicht die Moral des Gegners gebrochen“, spekulierte Kühler. Es blieb jedoch beim Konjunktiv. Denn Levi Stein verkürzte wenige Minuten nach der Pause aus dem Getümmel heraus auf 1:2. Es war der Beginn seines großen Auftritts. Den Ausgleich durch Arel Acikgöz bereitete er vor und das 3:2 erzielte Stein dann nach einer Flanke von Luis Schlücker wieder per Kopfball selbst.
Zwar warf Bergfried in den Schlussminuten noch einmal alles nach vorne, aber die Fortuna ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Fortuna-Coach Luca Winkler war stolz auf die Leistung seines Teams, das sich „nach dem schwachen Start gesteigert und verdient gewonnen“ habe. Bergfried-Trainer Patrick Kühler zeigte sich als fairer Verlierer. „Nach zuletzt vielen Spielen innerhalb kurzer Zeit haben uns am Ende ein wenig die Kräfte verlassen“, sagte er. Daher gehe das Ergebnis in Ordnung. Auf die Spielzeit mit Vizemeisterschaft und Finalteilnahme im ARAG Pokal in so schöner Atmosphäre könne man dennoch stolz sein. Bergfried hatte im Halbfinale mit 4:2 nach Verlängerung gegen Bonner SC gewonnen, die Kölner hatten mit 1:0 beim Alemannia Aachen gesiegt. Der Kölner Coach Winkler sagte, der Start ins Match habe ihn „schon viele Nerven gekostet, am Ende haben wir aber kaum noch etwas zugelassen“. Mit der Gesamtentwicklung des Teams sei er zufrieden. „Daher hatten sich die Jungs die Party in der Kabine auch verdient“, so Winkler.
Fortuna-Youngster machen es deutlich
Feiern durften auch die U-15-Junioren der Fortuna, auch wenn sie es bei Weitem nicht so spannend gemacht hatten. Der Regionalligist um den Kölner Trainer Anton Matlik setzte sich mit 6:1 (2:0) gegen den starken Mittelrheinligisten JSG Erft 01 durch.
Zunächst bot JSG Erft 01 Paroli. „Wir sind mit breiter Brust ins Spiel gegangen und haben gut reingefunden“, meinte JSG-Trainer Firat Uyar, auch im weiteren Verlauf des Spiels habe sein Team gekämpft und Ehrgeiz gezeigt. Dies zeige die ohnehin gute Entwicklung der Mannschaft, die im Halbfinale die 1. Jugendfußballschule Köln mit 2:1 bezwungen hatte, während die Fortuna den FC Hennef mit 2:0 aus dem Wettbewerb geworfen hatte. Die größeren Spielanteile verbuchten allerdings die Kölner Youngster und auch die ersten Tore: Elias Aneb nach Vorlage von Josch Sanden und ein Eigentor bescherten ihnen die 2:0-Halbzeitführung. „Wir hatten viel Kontrolle, die Führung ging in Ordnung“, so Matlik.
Wenige Minuten nach Wiederanpfiff fiel das 3:0 – „das schönste Tor“, sagte Matlik über Vincent Puljics Schuss ins lange Eck mit dem ersten Kontakt. „Das war sehr wichtig, danach hatten wir die Partie vollends im Griff“, meinte der Fortuna-Trainer. Mit dem 4:0 und 6:1 schlug der eingewechselte Louis Leisten doppelt zu. Das 5:0 erzielte Mio Billich per Distanzschuss, ehe die JSG zum Ehrentreffer kam. „Der Erfolg war hochverdient. Es war zu sehen, was wir können, wenn wir unser Spiel durchziehen“, sagte Matlik, ehe es zur Saisonabschlussfeier zurück ins Vereinsheim ging.
