Auch wenn er es für eine Weile gehofft hatte, trocken kam Lars Heinrichs nicht vom Platz. Seine Spielerinnen, die B-Juniorinnen von Bayer 04 Leverkusen, duschten ihren Coach mit allem, was zu greifen war. Das taten sie mit gutem Grund. Wenige Minuten zuvor hatten sie mit einem 1:0 (0:0) gegen den Dauerrivalen 1. FC Köln den Gewinn des ARAG-Pokals perfekt gemacht. „Man rechnet nach so einem Sieg damit, nass gemacht zu werden, aber die Mädels waren dann doch schneller, als ich erwartet hatte“, so Heinrichs, der die Aktion selbstverständlich mit Humor nahm. Er war stolz auf sein Team. „Ich hatte den Eindruck, dass wir den Sieg heute etwas mehr wollten, das ist belohnt worden“, sagte der Bayer-Trainer kurz vor der Abreise aus Arnoldsweiler, wo auf der Anlage des FC Viktoria zum zehnten Mal die Finals der Juniorinnen ausgetragen worden waren.
Bayer 04 und der FC lieferten sich lange Zeit eine Partie auf Augenhöhe. Viele Zweikämpfe prägten das Geschehen. Hochkarätige Torchancen blieben indes rar. Am nächsten an einen Treffer heran kam Leverkusens Linda Pfeiffer, deren Schuss an die Latte des Kölner Tores prallte. Auch nach dem Wiederanpfiff warteten die vielen Zuschauer*innen, die den Platz säumten, zunächst auf einen Treffer. „Je länger es 0:0 stand, desto klarer wurde, dass die Mannschaft, die zuerst treffen würde, auch als Sieger vom Feld gehen würde“, erklärte Nico Reese, Cheftrainer der B-Juniorinnen des 1. FC Köln.
Amelie Moll schießt Bayer 04 zum Titelgewinn
Er sollte Recht behalten. Nach 78 Minuten setzte Pfeiffer ihre Mitspielerin Amelie Moll mit einer Hereingabe von der rechten Seite in Szene und Letztere traf aus rund zehn Meter Tordistanz zum 1:0 für Leverkusen. „Der war nicht zu halten“, so Reese, der FC-Torhüterin Anika Dübel ein starkes Spiel bescheinigte. Zwar warfen die Kölnerinnen nun alles nach vorne, doch die Bayer-Abwehr vor der ebenfalls aufmerksamen Keeperin Leni Stoffele verteidigte gut. So blieb es beim 1:0. Reese bescheinigte beiden Teams einen überzeugenden Auftritt. Heinrichs war glücklich. „Es waren viele Zuschauer*innen da und die Organisation hat gepasst. Das war ein würdiger Rahmen für die Endspiele“, fand er.
Im ARAG-Pokal der C-Juniorinnen standen sich ebenfalls der 1. FC Köln und Bayer 04 gegenüber. Doch diesen Titel holten sich die Kölnerinnen mit einem deutlichen 7:1 (3:0). Smilla Bienert brachte den FC-Nachwuchs bereits nach sieben Minuten in Führung. Der Treffer verlieh zusätzliche Sicherheit. Tara Ljohaj legte nach einem Foul an Lena Niemeyer per Elfmeter das 2:0 nach, ehe erneut Bienert zur Stelle war (24.). Nach dem Wiederanpfiff erzielte Ela Kural das 4:0 (50.). Zum zwischenzeitlichen 1:4 traf dann Zeynep Bersucelik (55.). Hoffnung auf eine Aufholjagd keimte jedoch nur kurzzeitig auf. Beinahe im Gegenzug war erneut Ljohaj zur Stelle (56.). Kim Marie Wardjawand (58.) legte für dominant agierende Kölnerinnen noch das 6:1 nach. Zum 7:1-Endstand traf dann wieder Ljohaj (70.).
Kölner Trainerin sieht Saison gekrönt
„Man hat von Anfang an gemerkt, dass meine Spielerinnen das Geschehen unbedingt in die eigene Hand nehmen und das Spiel bestimmen wollten. Das haben sie sehr gut umgesetzt“, lobte FC-Trainerin Laura Margraf ihre Mannschaft. Man habe das gegnerische Aufbauspiel früh gestört, kompakt gestanden und im Angriff immer wieder enorme Durchschlagskraft und gute Tempowechsel gezeigt. „Damit haben sie die Saison gekrönt. Das macht mich unfassbar stolz.“ Als fairer Verlierer zeigte sich Daniel Ziegler, Sportlicher Leiter bei den Juniorinnen von Bayer 04: „Köln war heute die bessere Mannschaft und hat verdient gewonnen“, erklärte er.
Die U 13 von Bayer 04 Leverkusen setzte sich im Endspiel der D-Juniorinnen gegen Alemannia Aachen durch. Das Team um Bayer-Trainerin Carolin Bekemeier siegte mit 3:1 (3:1). Leverkusen dominierte den Beginn der Begegnung und ging verdient durch Annika Falk mit 1:0 in Führung (7.). Ayla Ülger (17.) und Nina Zarra (26.) legten die Treffer zwei und drei nach und sorgten so für eine komfortable Führung. „Es war zunächst ein Spiel auf ein Tor“, so Ziegler von Bayer 04. Nachdem Alemannia-Spielerin Polly Winkels noch vor dem Seitenwechsel auf 1:3 (30.) verkürzt hatte, waren die Aachenerinnen besser im Spiel. „Wir haben in der zweiten Hälfte kaum noch etwas zugelassen“, meinte Alemannia-Trainer Dominic Walther. Doch eigene Tormöglichkeiten blieben ebenfalls selten. „Daher hat Leverkusen letztlich verdient gewonnen“, sagte Walther. Und Ziegler konnte konstatieren, dass „die Mädels es ordentlich runtergespielt und im Kollektiv gut verteidigt haben“.
Lob für den Gastgeber FC Viktoria Arnoldsweiler
Die Aachenerinnen durften die Heimfahrt aus Arnoldsweiler dennoch zufrieden antreten. „Erstmals mit der U-13-Mannschaft im Finale zu stehen, war schon ein schöner Erfolg. Darauf können wir auf jeden Fall stolz sein“, erklärte Walther, dessen Team im Halbfinale den FC Rheinsüd Köln auf fremdem Platz mit 4:0 bezwungen hatte.
Auch Tanja Büscher, Vorsitzende des FVM-Mädchenspielausschusses, zog nach einem langen Endspieltag zufrieden Bilanz. „Das Wetter hat mitgespielt und wir haben richtig gute Spiele gesehen.“ Sie betonte auch die Rolle des FC Viktoria Arnoldsweiler als guter Gastgeber. „Dieser Tag war wieder toll organisiert“, sagte Büscher, die den Verantwortlichen des ausrichtenden Vereins anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Finaltags in Arnoldsweiler einen eigens bedruckten Ball und einen Glasteller überreichte.
ARAG-Pokal der Juniorinnen
Finale der B-Juniorinnen: 1. FC Köln – Bayer 04 Leverkusen 0:1 (0:0)
Finale der C-Juniorinnen: 1. FC Köln – Bayer 04 Leverkusen 7:1 (3:0)
Finale der D-Juniorinnen: Bayer 04 Leverkusen – Alemannia Aachen 3:1 (3:1)
