Wenn es für die Sommervorbereitung noch eine Extraportion Motivation bedarf, dann gibt es diese am Mittwoch, 8. Juli, 19 Uhr. Dies gilt jedenfalls für jene 64 Mannschaften, die sich für die Teilnahme am Bitburger-Pokal und am Schaebens-Pokal der Frauen sowie der vorgelagerten Play-Offs qualifiziert haben. In Hennef werden die ersten Runden und die Frauen-Play-Offs ausgelost. Die Ziehung wird erneut live via Facebook übertragen. Bei den Frauen steigt die Play-Off-Runde vor Meisterschaftsbeginn im FVM am 6. September, die Achtelfinals folgen am 7. und 8. Oktober. Im Bitburger-Pokal werden 32 Paarungen ermittelt, die eine Woche vor Meisterschaftsbeginn, am Wochenende 22. bis 23. August 2026 ausgetragen werden. Ausnahme sind die Spiele mit Beteiligung der FVM-Regionalligisten und des Drittligisten Viktoria Köln, der den FVM im DFB-Pokal vertritt. Diese Begegnungen werden bereits zwischen 18. und 20 August gespielt. Das große Ziel ist das Bitburger Pokalfinale am 29. Mai 2027.
Einen erneuten Anlauf zum Triumph startet der Vizechampion S.C. Fortuna Köln – allerdings aus neuer Position. Seit dem Aufstieg vor wenigen Wochen ist das Team aus der Kölner Südstadt neben dem Titelverteidiger FC Viktoria Köln und Alemannia Aachen der dritte Drittligist im Wettbewerb und zählt somit zu den Favoriten. Mit dieser Rolle bestens vertraut ist der Rivale von der anderen Rheinseite. Marian Wilhelm krönte sein Premierensaison als Viktoria-Cheftrainer mit dem Erfolg im Bitburger-Pokal. Das 6:5 (0:0) im Elfmeterschießen gegen den Regionalliga-Meister S.C. Fortuna war der elften Mal Triumph des Vereins aus dem Rechtsrheinischen. Wilhelms Wunsch, im DFB-Pokal auf den 1. FC Köln zu treffen, wurde zwar nicht wahr, doch mit dem Zweitligisten 1. FC Nürnberg kommt ein attraktiver Gegner nach Köln, der von Miroslav Klose, Weltmeister 2014 trainiert wird. „Eine deutsche Legende, ihn auf der anderen Seite stehen zu haben, ist natürlich sehr spannend“, sagte Wilhelm über das bevorstehende Treffen mit dem einstigen Weltklassestürmer.
Erinnerung an große Spiele ist die beste Motivation
Im Bitburger-Pokal warten solche Kaliber nicht. Dort ist die Viktoria der Große und die Gegner sind die Underdogs. Wie viel Freude letztere Rolle machen kann, weiß Patrick Mioska nur allzu gut. Als Spieler und Sportlicher Leiter des Landesligisten DJK Rasensport Aachen-Brand erlebte er im vergangenen Jahr ein Achtelfinalduell gegen die Kölner Fortuna. Zwar ging die Partie mit 0:8 verloren, doch sie wurde nicht zuletzt angesichts der Kulisse von mehr als 1200 Zuschauer*innen zu einem Fest für den gesamten Verein. „Die Erinnerung an das Spiel ist wöchentlich präsent, da wir immer noch die Trikots mit dem Flock zum Pokalspiel tragen“, erklärt Mioska. Nun geht sein Team als frisch gebackener Aachener Kreispokalsieger an den Start. „Wichtig ist es, dass wir als Kreispokalsieger Heimrecht in der ersten Runde haben werden“, sagt er. Eine Prognose, wie weit es im Wettbewerb gehen könne, sei jedoch unmöglich.
Kreispokalsieger dürfen sich auch die Spieler von Dynamo Erkelenz nennen. Mit 4:0 bezwang der Kreisliga-A-Meister den Landesligisten FC Union Schafhausen im Finale des Kreises Heinsberg und machte damit das Double perfekt. Andreas Haas hat seinen Teil zum steilen Aufstieg des erst vor wenigen Jahren gegründeten Vereins beigetragen: als Vorsitzender und Spieler. „Jetzt hoffen wir auf ein geiles Los im Bitburger-Pokal“, sagt er. In der abgelaufenen Serie scheiterte sein Verein am Kölner Landesligisten Borussia Lindenthal Hohenlind (1:4). „Aber im Kreispokal haben wir jetzt gezeigt, dass wir auch höherklassige Gegner schlagen können“, so Haas. Das große Plus des Teams seien Spaß und Kameradschaft. „Außerdem sind die Jungs unfassbar ehrgeizig“, erklärt Haas, der künftig kürzertreten und in der zweiten Mannschaft auflaufen wird. Man habe die Mannschaft punktuell verstärkt, Abgänge gebe es kaum. Damit ist auch klar, dass Toptorjäger Thomas Schmidt bleibt. Dieser schlug nicht nur 34-mal in der A-Liga zu, sondern erzielte auch den Ehrentreffer gegen Hohenlind.
Erneute Teilnahme ist ein großer Erfolg für den Verein
Auf ein großes Los hofft man auch beim SV Kurdistan Düren. Im Kreispokalfinale musste sich der Landesligist dem Ligarivalen FC Germania Lich-Steinstraß mit 3:4 nach Verlängerung geschlagen geben. Ayhan Gündogdu, Sportlicher Leiter beim Kurdistan, ist dennoch stolz auf die Pokalgeschichte seines Teams. Immerhin habe man zum dritten Mal in Folge im Kreispokal-Finale gestanden und 2024 auch gewonnen. „Das ist eine tolle Geschichte für so einen jungen Verein wie unseren“, findet er. Erst seit 2015 gibt es den Klub. Nun wieder im Bitburger-Pokal mitzumischen sei ein weiteres Erfolgserlebnis. Zu den Säulen des Teams zählen die drei Kapitäne: Inan Naki, der dem SV seit dem Start in der C-Liga die Treue hält, Abwehrchef Salifu Krubally und Gerard Sambou. Letzterer laufe trotz seiner 41 Jahre immer noch vorneweg.
Von großen Pokalspielen geträumt werden darf aber auch andernorts. Das Teilnehmerfeld ist seit vergangener Saison auf 64 Teams angewachsen. Neben den teilnahmeberechtigten Regional- und Drittligisten aus dem FVM-Gebiet sind für den neuen Bitburger-Pokal auch alle teilnahmeberechtigten Mittelrheinligisten vorqualifiziert. Das übrige Feld wurde im Rahmen der Bitburger-Kreispokalendspielen ermittelt, an dem alle ersten Mannschaften ab der Landesliga abwärts teilnehmen.
Fair-Play hat sich bezahlt gemacht
Da neun vakante Plätze von den besten Teams im WestLotto-Fair-Play-Pokal eingenommen werden, sind zudem Mannschaften dabei, die sich durch ein vorbildliches Miteinander ausgezeichnet haben. Im Bitburger-Pokal werden fünf Runden gespielt, bis die beiden Finalisten feststehen. Klassentiefere Teams haben immer Heimrecht. Ergibt sich dies aus der gezogenen Partie nicht, wird das Heimrecht getauscht. Das Endspiel steigt am 29. Mai 2027 im Kölner Sportpark Höhenberg. Der Gewinner tritt in der ersten Runde des DFB-Pokals an.
Schaebens-Pokal der Frauen
Auch die Partien der ersten Runde im Schaebens-Pokal der Frauen 2026/27 sowie der vorgelagerten Play-Off-Runde werden am Mittwoch, 8. Juli, ermittelt. Beim Landesligisten Sportfreunde Ippendorf blickt man dann auch gespannt gen Hennef. „Allmählich kommt Vorfreude auf die nächste Saison auf“, sagt Boris Klimant, Frauen-Abteilungsleiter in Ippendorf. Sein Team zählt zu den acht Zweitplatzierten der Kreispokalwettbewerbe jener Kreise mit den meisten im Kreispokal gemeldeten Teams in Relation zur Gesamtzahl am Spielbetrieb teilnehmender Frauenmannschaften. Neben den Bonnerinnen komplettieren aufgrund dieses Quotienten Zweitplatzierte der Kreise Köln, Sieg, Berg, Euskirchen, Rhein-Erft, Düren und Heinsberg das Tableau. In Ippendorf hat man das im Elfmeterschießen gegen Rot-Weiß Merl verlorene Kreispokal-Endspiel abgehakt. „Jetzt stecken wir uns neue Ziele, dazu gehört es, im Schaebens-Pokal so weit wie möglich zu kommen“, findet Klimant, dessen Team in der letzten Juli-Woche in die Vorbereitung starten will.
Mit einem verjüngten Kader will man beim Sieg-Kreis Landesligisten TuS Birk die Play-Offs in Angriff nehmen. „Einige junge Spielerinnen sind hinzugekommen“, sagt TuS-Coach Lucas Vierheilig. Man freue sich auf jeden Gegner, denn der Pokal sei „eine coole Sache für die Mädels, die sicherlich ein bisschen was zeigen wollen“. Die vier Siegerinnen der Play-Off-Runde ergänzen das Teilnehmerinnenfeld im Achtelfinale, für das die teilnahmeberechtigten Regionalligisten der abgelaufenen Saison ebenso unmittelbar qualifiziert sind wie die neun Kreispokalsiegerinnen. Als Titelverteidiger geht Regionalligist S.C. Fortuna Köln an den Start. Ausgetragen werden nach den Play-Offs noch vier Runden inklusive Finale. Klassentiefere Teams haben immer Heimrecht. Das Finale findet am 6. Mai 2027 (Christi Himmelfahrt) statt.
