Bitburger-FVM-Pokal 2026: Der S.C. Fortuna und FC Viktoria Köln sind bereit für ein spektakuläres Stadtduell

Bitburger-FVM-Pokal 2026: Der S.C. Fortuna und FC Viktoria Köln sind bereit für ein spektakuläres Stadtduell

Der 23. Mai 2026 wird unter dem Titel „Finaltag der Amateure“ mit 21 Landespokalendspiele und einer mehr als siebenstündigen TV-Livekonferenz in der ARD und ihren Landesrundfunkanstalten zu einem bundesweiten Highlight für Fußballfans. Für den frisch gebackenen Regionalliga-Champion S.C. Fortuna Köln und den Drittligisten Viktoria Köln wird der Tag zur großen Chance. Von 15.30 Uhr an geht es im Sportpark Höhenberg (Günter-Kuxdorf-Weg 1) um den Gewinn des Bitburger-Pokals und den Einzug in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals. „Selbstverständlich hat man dieses Finale längst im Kopf, denn es gibt nichts Schöneres, als einen Titel zu holen. Dass es im Endspiel zu einem Stadtduell kommt, verleiht der Partie zusätzlichen Reiz“, sagt Viktoria-Coach Marian Wilhelm.

Sein Pendant auf der Fortuna-Bank, Matthias Mink, sieht das nicht anders. „Der Meistertitel hat angesichts des Aufstiegs zwar langfristig eine andere Tragweite, aber klar, der Bitburger-Pokal eröffnet die Möglichkeit, einen weiteren Titel zu holen und dann beim DFB-Pokal dabei zu sein“, betont der 58-jährige.

Matthias Mink ist in der Kölner Südstadt der Architekt des Erfolgs

Mink hat als Spieler einiges erlebt, 156-Zweitliga-Matches für die Kölner Fortuna bestritten und später in unterschiedlichen Vereinen und Funktionen im Fußball gearbeitet. Doch die laufende Serie sticht zweifellos heraus. In seiner Doppelrolle als Trainer und Sportdirektor hat er im Sommer einen umfassenden Umbau des Kaders in Angriff genommen und dieses Unterfangen im wahrsten Sinne des Wortes meisterlich bewältigt.

17 Zugänge ersetzten Ergänzungsspieler, aber auch Leistungsträger. Dass Hamadi Al Ghaddioui eine Verstärkung sein würde, überraschte nicht. Der 35-jährige gebürtige Bonner brachte Bundesliga-Erfahrung mit nach Köln. 16 Erstligaeinsätze für den VfB Stuttgart, 76 Partien in der Zweiten Bundesliga, 56 Drittligaeinsätze und inzwischen weit mehr als 200 Partien in der Regionalliga stehen in der Vita des Mittelstürmers. „Er bringt extrem viel Erfahrung und Qualität mit“, so Mink über den Angreifer, der dann auch im für den Aufstieg entscheidenden Liga-Spiel gegen die Sportfreunde Siegen zum 2:1-Endstand traf. Das 1:1 gegen Siegen erzielte mit dem 30-jährigen Enzo Wirtz ein weiterer neu verpflichteter Routinier. Einige Jahre jünger sind die Offensivkräfte Timo Bornemann und Nico Thier, sowie Mittelfeld-Stratege Georg Strauch, Keeper Lennart Winkler, Verteidiger Robin Afamefuna und Antreiber Adrian Stanilevic.

Euphorie und mannschaftliche Geschlossenheit

Die Mischung stimmt bei der Fortuna und da ist noch ein Erfolgsgeheimnis: „Stark macht uns vor allem die Geschlossenheit im täglichen Arbeiten und im Wettkampfbetrieb“, ist Mink überzeugt. Die Resultate geben ihm Recht. Das gilt für Meisterschaft und Bitburger-Pokal, in dessen Verlauf mit Alemannia Aachen im Viertelfinale (1:0) auch schon ein starker Drittligist bezwungen werden konnte. „Selbstverständlich herrscht zwischen Dritter Liga und Regionalliga ein großer Leistungsunterschied. Aber in 90 oder 120 Minuten ist immer etwas möglich. Wir sind gegen die Viktoria zwar der Außenseiter, gehen die Aufgabe jedoch als 50:50-Spiel an und sind guter Dinge“, meint Mink. Dass das Endspiel in der gewohnte Heimspielstätte des Kontrahenten ausgetragen wird, sorgt ihn nicht. „Es könnte sogar sein, dass unsere Fans in der Überzahl sind“, sagt er. Und die Anhängerschaft kommt genau wie das Team angesichts des Aufstiegs in bester Stimmung nach Höhenberg. „Selbstredend ist da jetzt eine Euphorie, die uns möglichst tragen soll, doch wir sind uns auch der Schwere des Spiels bewusst“, sagt Mink. Die Viktoria verfüge über spielerische Qualitäten und bringe regelmäßig „sehr ansehnlichen Fußball auf den Platz“.

Den Schulterklopfer gibt der dortige Coach gerne zurück. „Die Fortuna ist eine gewachsene Mannschaft, die die Regionalliga dominiert und immer wieder schwierige Spielverläufe für sich entschieden hat“, sagt Wilhelm. Hinter dem 37-jährigen gebürtigen Berliner liegt die erste Spielzeit nach dem Wechsel vom Co- zum Cheftrainer. Nach dem Abschied von Olaf Janßen hat er es ebenfalls geschafft, einen personellen Umbruch zu meistern und das Team sorgenfrei durch die Serie zu bringen. „Der Klassenerhalt war das ganz große Ziel. Ich bin froh, dass wir eine sehr stabile Saison hingelegt haben“, stellt er klar. „Jetzt freuen wir uns auf ein stimmungsvolles Stadtduell zum Abschluss“, so Wilhelm. Sollte dann auch noch der Titel verteidigt werden, sei das ein i-Tüpfelchen.

Viktoria Köln als Schmiede für Talente

Sieben Jahre nach dem Aufstieg 2019 hat sich die Viktoria in der Dritten Liga etabliert und auch als Schmiede für Talente erwiesen. Herausragendes Beispiel war Said El Mala, der bis Sommer vergangenen Jahres im Rechtsrheinischen glänzte, ehe er nach Ende seiner Leihe zum Erstligisten 1. FC Köln zurückkehrte und dort in Windeseile zum Nationalspieler avancierte. Auch in der laufenden Serie setzte die Viktoria den Weg fort und brachte junge Spieler voran. „Trotz unserer jungen Mannschaft sind wir als geschlossene Einheit aufgetreten und haben immer wieder in unangenehmen Phasen gute Reaktionen gezeigt“, lobt Wilhelm seine Mannschaft. Als Rückhalt erwies sich etwa der 23-jährige Torhüter Arne Schulz, der Eduardo Dos Santos Haesler, kurz Dudu, nach dessen Abschied im Winter ersetzte. Ein erfolgreicher Youngster ist auch Benjamin Zank. Der 21-jährige fällt aber aufgrund eines Meniskusschadens für das Finale aus. Dabei sein wird indes der gleichaltrige Tim Kloss, der wie Florian Engelhardt (22) ebenfalls für den hohen Anteil junger Akteure im Viktoria Team steht.

Mehr Erfahrung bringen der 27-jährige Angreifer David Otto – teamintern der beste Goalgetter –, Abwehrchef Lars Dietz (29) und der auf den Außenpositionen flexibel einsetzbare Simon Handle (33) mit. Letzterer läuft seit 2017 für die Viktoria auf und beendet mit Saisonabschluss seine Karriere. Das würde er nur allzu gerne mit einer Trophäe in der Hand tun. Für seinen Verein wäre es der elfte Verbandspokal-Titel. So oft hat kein anderer Klub den Wettbewerb gewonnen. S.C. Fortuna Köln stand zwar schon sechsmal im Finale, gewann aber lediglich 2013. Nun sind beide Vereine für ein spektakuläres Finale bereit. Das weiß auch Christos Katzidis, Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein: „Wir freuen uns auf ein echtes Fußballfest, eine tolle Atmosphäre, einen spannenden Spielverlauf, viele Zuschauerinnen und Zuschauer und einen hochklassigen Final-Fight.“

Foto: FVM/Fabian Navarro Rubio
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