Bitburger-FVM-Pokal: FC Viktoria Köln und SC Fortuna Köln im Halbfinale

Bitburger-FVM-Pokal: FC Viktoria Köln und SC Fortuna Köln im Halbfinale

Es waren Momente für die Ewigkeit, die seine Spieler am Abend des Aschermittwochs im Viertelfinale des Bitburger-Pokals erlebten. Da ist sich Christoph Gerlach, Coach des Landesligisten FSV Neunkirchen-Seelscheid, trotz des Ausscheidens seines Teams sicher. Seine Elf hatte sich zwar dem großen Favoriten FC Viktoria Köln mit 0:4 (0:2) geschlagen geben müssen, die beeindruckende Atmosphäre aber in jeder Minute aufgesaugt. „Wir waren früh an der Anlage, das Wetter war traumhaft und wenn man dann vor deutlich mehr als 1000 Menschen den Platz betritt, ist das einfach großartig. Genau das hatte ich mir für die Jungs gewünscht“, erklärte Gerlach.

Zum sportlichen Coup reichte es nicht. Drittligist Viktoria Köln übernahm schnell die Kontrolle. Das belohnte Malek El Mala mit dem Führungstreffer nach 17 Minuten. Und der Torschütze legte auch das 2:0 nach. Nach einem Foul von Daniel Helmann traf er per Elfmeter (30.). Viktoria-Trainer Olaf Janßen war zufrieden mit dem Auftakt: „Wir wussten, was auf uns zukommt: ein Gegner, der sein Herz auf dem Platz lassen will. Das haben die Jungs von Neunkirchen-Seelscheid auch gemacht“, sagte er. Sein Team habe aber „super diszipliniert“ gespielt und damit jene Einstellung gezeigt, die es in so einem Spiel brauche.

 

FSV Neunkirchen-Seelscheid zeigt couragierten Auftritt

Das sah sein Trainerkollege auf der FSV-Bank ähnlich. Gerlach lobte aber auch seine Elf für den couragierten Auftritt. „In der zweiten Hälfte haben wir es noch einen Tick besser gemacht“, fand er. Tatsächlich hätte Paul Orfgen sogar den Anschlusstreffer erzielen können, doch sein Abschluss aus aussichtsreicher Position verfehlte das Kölner Tor. Das machten Sidny Cabral und Samuele Carella besser, die das 3:0 und 4:0 nachlegten (55., 72.).

Pokalatmosphäre pur bot die Partie des Regionalligisten 1. FC Düren gegen den Drittligisten Alemannia Aachen: Unter Flutlicht lieferten sich die Protagonisten vor 2500 Zuschauer*innen auf der altehrwürdigen Dürener Westkampfbahn ein packendes Duell. Einen ersten Torabschluss gab es nach fünf Minuten: Der rechtzeitig genesene Alemannia-Kapitän Mika Hanraths verlängerte einen Einwurf auf Daouda Beleme, der jedoch im Dürener Keeper Jannick Theißen seinen Meister fand. Zwar bestimmten die Gäste die Startphase, den ersten Treffer erzielte jedoch Dürens Peter Lela, der nach Eckballvorlage mit dem Kopf zur Stelle war (13.). Das Führungstor verlieh den Dürenern Rückenwind, während die Alemannia sich schütteln musste. Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte drückte der Titelverteidiger auf den Ausgleich.

Das setzte sich nach Wiederanpfiff fort: Anton Heinz hatte noch Pech bei einem Pfostentreffer (64.), dann lenkte Lela nach einer Hereingabe von Heinz den Ball zum Ausgleich ins eigene Netz (65.). Nachdem die Dürener eine Kontermöglichkeit ungenutzt hatten verstreichen lassen, startete die Alemannia die Schlussoffensive. Die letzten Minuten spielte Aachen in Überzahl, weil Jayden Bennetts Gelb-Rot gesehen hatte (89.). Drei Minuten nach dem Platzverweis setzte Heinz dann Sasa Strujic per Freistoß in Szene. Letzterer nutze die Möglichkeit per Kopfball zum 2:1 (90.+2), dem Heinz noch das 3:1 folgen ließ (90.+7). „Das war ein sehr wichtiger Sieg für uns. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit zurückgekämpft und verdient gewonnen“, so Alemannia-Coach Heiner Backhaus.

 

Stipe Batarilo bringt Fortuna Köln auf Kurs

Matches im Bitburger-Pokal hat Hamdi Dahmani schon einige bestritten. Der Mittwochabend bescherte dem langjährigen Spieler der Kölner Fortuna aber eine Premiere im Cup: Erstmals nach dem Abschluss seiner aktiven Karriere im vergangenen Jahr übernahm der eigentliche Co-Trainer des Regionalligisten die Chefrolle, weil Fortuna-Trainer Matthias Mink erkrankt fehlte. Das Debüt glückte: Der Verein aus der Kölner Südstadt setzte sich im regionalligainternen Duell mit dem SV Eintracht Hohkeppel mit 1:0 (1:0) durch. „Ich habe der Mannschaft gesagt, diesen Tag werde ich so schnell nicht vergessen“, so Dahmani nach dem Abpfiff.

Seine Elf absolvierte eine starke erste Halbzeit, ließ den Gegner nicht zur Entfaltung kommen und erarbeitete sich erste Chancen. „Wir waren in den ersten 45 Minuten eigentlich chancenlos. Fortuna Köln hat gezeigt, dass sie eine Spitzenmannschaft sind. Sie haben uns laufen lassen“, fand Eintracht-Teammanager Mehmet Dogan. Nach 37 Minuten ging es nach einem Eckball der Gäste schnell. Der Ball landete bei Stipe Batarilo, der sich gegen zwei Gegenspieler behauptete und mit seinem Flachschuss aus rund 20 Metern Tordistanz ins kurze Eck den Führungstreffer erzielte. In der zweiten Halbzeit änderte sich das Geschehen im Südstadion allmählich. „Wir haben mutiger gespielt“, so Dogan, dessen Team zu zwei Chancen kam: Enzo Wirtz scheiterte allerdings mit seinem Kopfball und der Schuss von Ömer Tokac ging über das Tor der Fortuna. So blieb es beim 1:0-Erfolg der Gastgeber.

 

Teutonia Weiden gewinnt ligainternes Duell

Ein spannendes mittelrheinligainternes Duell sahen die Zuschauer*innen in Würselen – mit dem besseren Ende für Gastgeber Teutonia Weiden. Das Team bezwang den SSV Merten mit 2:1 (1:0). Meik Kühnel brachte Weiden nach 40 Minuten per Elfmeter in Führung. Cem Hirci vollendete einen Konter mit dem 2:0 (68.). Der Anschlusstreffer des drittligaerfahrenen Jerome Propheter in der Nachspielzeit kam für eine Wende zu spät. „Es war ein tolles Fußballspiel, wir haben leider viele Chancen vergeben“, so SSV-Vereinschef Theo Riegel. Freude pur herrschte beim Kontrahenten. „Wir standen noch nie im Halbfinale dieses Wettbewerbs. Das wird ein Festtag für den gesamten Verein“, so Teutonia-Geschäftsführer Heinz-Günter Schalge. Für die Vorschlussrunde hofft Schalge nun auf das ganz großes Los: „Alemannia Aachen wäre ein Traum, aber auch ein Spiel gegen einen der beiden Kölner Vereine hätte seinen Reiz.“

Im Bitburger-Pokal werden fünf Runden inklusive Finale gespielt. Klassentiefere Teams genießen bis einschließlich Halbfinale Heimrecht. Das Finale findet am 24. Mai 2025 im Kölner Sportpark Höhenberg statt. Der Sieger qualifiziert sich für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals. Die Auslosung des Halbfinals erfolgt noch im März. Dann werden auch die Viertel- und Halbfinalpartien des FVM-Pokals der Frauen gezogen.

 

Bitburger-Pokal 2024/25

Viertelfinale:

FSV Neunkirchen-Seelscheid (LL) vs. FC Viktoria Köln (3. Liga) 0:4

1. FC Düren (RL) vs. TSV Alemannia Aachen (3. Liga) 1:3

S.C. Fortuna Köln (RL) vs. SV Eintracht Hohkeppel (RL) 1:0

FC Teutonia Weiden (MRL) vs. SSV Merten (MRL) 2:1

 

Geplante Spieltermine gemäß Rahmenterminkalender

Halbfinale: 9. April 2025

Finale: 24. Mai 2025

 

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