Das große Spiel wirft seine Schatten längst voraus. Es elektrisiert und sorgt für reichlich Vorfreude beim FV Bonn-Endenich. „Für den gesamten Verein ist Alemannia Aachen als Los einfach eine tolle Sache. Es gibt einiges zu tun, aber alle freuen sich darauf“, macht Markus Köppe, der Sportdirektor des Landesligisten deutlich. Am Dienstag, 18. November, 19 Uhr, wird es ernst im großen Sportpark Nord. Angesichts der erwarteten rund 2000 Zuschauer*innen zieht man für das Achtelfinale im Bitburger-Pokal gegen den Drittligisten aus der Kaiserstadt eigens in die große Arena an der Kölnstraße 250. „Das erleichtert die Organisation ungemein und sorgt für einen stimmungsvollen Rahmen“, ist Köppe überzeugt.
An seine Spieler hat er nur eine Forderung: „Sie sollen Gas geben und zeigen, dass sie auch Fußball spielen können. Selbstverständlich ist uns klar, dass wir nicht die größten Chancen haben. Aber wir wollen Herzblut und Leidenschaft auf den Platz bringen und dann können wir schauen, was zu erreichen ist.“ Für einen positiven Schub sorgte zuletzt der Trainerwechsel in Endenich. Der Verein hat sich von dem im Sommer nach dem Abstieg aus der Mittelrheinliga gekommenen Heiko Dietz verabschiedet und Serhat Dogan engagiert, der zum Start mit seinem neuen Team einen Sieg feierte. Große Motivationskünste müsse der neue Mann auf der Trainerbank gegen die Alemannia aber nicht aufbringen, meint Köppe. „Die Jungs werden mit Sicherheit an ihre Grenze gehen. Das sind sie sich selbst schuldig, um zu sehen, was möglich ist, gegen so einen unfassbar starken Gegner.“
Erinnerungen an Spiel gegen den S.C. Fortuna Köln
Schon einmal haben die Endenicher in der jüngeren Vergangenheit ein vergleichbar großes Los erwischt. Im November 2023 ging es in der ersten Runde des Bitburger-Pokals gegen den S.C. Fortuna Köln. Trotz des 0:3 habe die Partie vor 1200 Zuschauer*innen „einfach irre Spaß gemacht“, erinnert sich der Sportdirektor. Damals spielte sein Verein noch in der Mittelrheinliga – und in diese Klasse soll es möglichst im kommenden Sommer wieder gehen. Ein Muss sei der Aufstieg aber nicht, betont Köppe. Man wolle jedoch auf jeden Fall oben mitmischen. Das traut er der Mannschaft um die Führungsspieler Alexandros Liontos und den regionalligaerfahrenen Nils Remagen in der Innenverteidigung, die beiden Sechser Ertugrul Ünal und Jan Werner und den erfahrenen Jakub Jarecki zu. Letzterer hat als Mittelstürmer schon in der Luxemburger Profiliga gespielt. Ob er nun auch den Favoriten aus Aachen ärgern kann, ist offen.
Ebenfalls vor dem Duell mit einem Drittligisten steht der Bezirksligist Wahlscheider SV. Das Team aus dem Rhein-Sieg-Kreis trifft auf den Titelverteidiger Viktoria Köln. „Unser Ziel ist es, dass dieses Spiel für den gesamten Verein ein schönes Fest wird, wir uns als guter Gastgeber präsentieren und Werbung in eigener Sache betreiben können“, gibt der Wahlscheider Vorsitzende Gerd Klink die Richtung vor. Er rechnet mit rund 1200 Menschen, die am Mittwoch, 19. November, 19 Uhr, den Platz an der Krebsaueler Straße in Lohmar säumen werde. Zwar sei der sportliche Ehrgeiz in der Mannschaft vorhanden, noch rufe das Team aber zu oft sein Potenzial nicht ab. Klink setzt darauf, dass der unlängst aus der zweiten Mannschaft aufgerückte Trainer Pascale Spies der Elf die nötige Zielstrebigkeit verleiht, um den Favoriten aus Köln ein wenig zu ärgern.
Viktoria-Trainer fordert maximale Konzentration
Viktoria-Coach Marian Wilhelm will sich von der Ligazugehörigkeit und dem durchwachsenen Saisonstart des Gegners nicht blenden lassen. „Ich weiß, dass ich dafür ins Phrasenschwein einzahlen muss, aber ich sage, der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Jeder Klub, der im Achtelfinale steht, hat vorher Aufgaben gelöst und damit Qualität“, so Wilhelm. Für seine Mannschaft gelte es, mit maximalem Fokus an die Aufgabe heranzugehen. Der Viktoria-Trainer hat zudem die Herausforderung der englischen Woche im Blick, zu der am Samstag nach dem Pokalspiel das Liga-Match gegen den SC Verl gehört. „Ich bin daher froh, dass ich über einen breitaufgestellten Kader verfüge, der mir die Möglichkeit eröffnet, in beiden Partien elf Mann aufzustellen, die 90 Minuten voller Intensität auf dem Platz bringen können.“
Noch so ein Duell eines Underdogs gegen einen der Großen am Mittelrhein steigt am Dienstag, 18. November, an der Aachener Sportanlage Wolferskaul. Dort wird um 19 Uhr die Begegnung zwischen der DJK Rasensport Aachen-Brand und dem S.C. Fortuna Köln angepfiffen. Nie zuvor ist die DJK in diesem Wettbewerb gekommen. Rund 1000 Zuschauer*innen werden erwartet. Während die Gastgeber auf ein kleines Fußballwunder hoffen, will Fortuna-Trainer Matthias Mink der Favoritenrolle gerecht werden. Man habe sich schon einen Eindruck vom Gegner verschafft, betont er. „Wir gehen den Bitburger-Pokal natürlich hoch ambitioniert und motiviert an“, sagt Mink. Klares Ziel sei der Einzug in die nächste Runde.
Im Bitburger-Pokal werden sechs Runden inklusive Finale gespielt. Klassentiefere Teams genießen bis einschließlich Halbfinale Heimrecht. Das Finale findet am 23. Mai 2026 im Kölner Sportpark Höhenberg statt. Der Sieger qualifiziert sich für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals.
Bitburger-Pokal der Herren 2025/26: Achtelfinal-Paarungen
DJK Rasensport Aachen-Brand (LL) vs. SC Fortuna Köln (RL) Di., 18. November, 19 Uhr.
FV Bonn-Endenich (LL) vs. TSV Alemannia Aachen (3. Liga) Di., 18. November, 19 Uhr.
FC Hennef 05 (MRL) vs. Bonner SC (RL) Mi., 19. November, 19 Uhr.
Wahlscheider SV (BZL) vs. FC Viktoria Köln (3. Liga) Mi., 19. November, 19 Uhr.
SC Borussia Lindenthal-Hohenlind vs. (LL) SV Eilendorf (LL) Mi., 19. November, 19.30 Uhr.
Siegburger SV 04 (MRL) vs. FC Pesch (MRL) Fr. 21. November, 20 Uhr.
SC Elsdorf (BZL) vs. SSV Jan Wellem 05 BZL) Sa., 22. November, 15 Uhr.
SV Eintracht Hohkeppel (MRL) vs. SpVg. Frechen 20 (MRL) Sa., 22. November, 15 Uhr.
Geplante Spieltermine gemäß Rahmenterminkalender
Bitburger-Pokal
Viertelfinale: 24. bis 26. Februar 2026
Halbfinale: 24. bis 26. März 2026
Finale: 23. Mai 2026
Weitere Auslosungstermine
Die Viertelfinals werden Mitte Januar 2026 ausgelost.
