Bitburger-FVM-Pokal: GW Brauweiler vor Highlight-Spiel gegen TSV Alemannia Aachen

Bitburger-FVM-Pokal: GW Brauweiler vor Highlight-Spiel gegen TSV Alemannia Aachen

Im Leverkusener Haberland-Stadion, im Schatten der großen BayArena, wird für den Landesligisten SV Grün-Weiss Brauweiler am Dienstagabend (6. Oktober, 18 Uhr) eines der größten Spiele der Vereinsgeschichte steigen. In der zweiten Runde des Bitburger-Pokal trifft das Team aus Pulheim auf den Drittligisten TSV Alemannia Aachen. „Wir freuen uns riesig auf das Spiel, das wird ein großartiger Tag für den gesamten Verein“, schaut Teammanager Deniz Bilgin dem Vergleich mit dem Traditionsvereins aus dem Westen der Republik entgegen. Angesichts der erwartet großen Kulisse ist man eigens von Brauweiler in das Stadion umgezogen, das gewöhnlich dem Frauen-Erstligisten Bayer 04 Leverkusen als Heimstätte dient.

Eine Chance, die Begegnung zu gewinnen, habe man eigentlich nicht, sagt Bilgin. Aber gerade die vermeintliche Chancenlosigkeit eröffne im Fußball, zumal im Cup, letztlich doch die Möglichkeit zur Überraschung. Den Satz, der die „eigenen Gesetze“ des Pokals beschwört, muss in Brauweiler niemand in den Mund nehmen, jeder hat ihn sowieso im Hinterkopf.

Eine ewig junge Geschichte

Es ist die alte und gleichsam ewig junge Geschichte vom Duell des motivierten Underdogs gegen einen großen Favoriten. „Solange es 0:0 steht, wird es von Minute zu Minute schwieriger. Da muss man bereit sein sich zu quälen“, sagt der Aachener-Coach Mersad Selimbegovic. Er hat den Pokal als Spieler und Trainer im Verlauf seiner Karriere aus beiden Perspektiven kennengelernt. Mit der Alemannia ist er gegen Brauweiler ohne Wenn und Aber Favorit. „Wir müssen mit großem Respekt vor dem Gegner und konzentriert an die Aufgabe herangehen. Denn der Kontrahent hat nichts zu verlieren“, betont er. In Leverkusen ist Selimbegovic während seiner Profi-Laufbahn nie zu Gast gewesen. „Jetzt nähere ich mich der BayArena an“, scherzt er angesichts der benachbarten Spielstätte. Eine unbekannte Größe ist für ihn auch Brauweiler, „aber wir haben Informationen eingeholt und werden vorbereitet sein“.

Die Grün-Weißen sind gut in die Spielzeit gestartet, haben von den ersten fünf Meisterschaftspartien nur eine verloren. „Wir hoffen, einen guten Fight liefern zu können und wollen die Grundtugenden wie Laufbereitschaft, Mut und Willen einbringen“, gibt Bilgin vor. Gleichwohl, viele Schwächen, sagt der Teammanager, werde man bei den Aachenern nicht finden. Immerhin weiß er mit Julian Roloff einen regionalligaerfahrenen Torwart in seinen Reihen. Auch Abwehrchef Matti Fiedler hat einst bei der Alemannia höherklassig gespielt. Für Routine steht zudem Angreifer Niclas Hoppe, der sich mit dem talentierten Colin Greis ergänzt.

Kreuzauer SC erwartet S.C. Fortuna Köln

Ebenfalls vor dem Vergleich mit einem Drittligisten steht Bezirksligist Kreuzauer SC. Das Team um Trainer Olaf Ramm erwartet den S.C. Fortuna Köln (Di., 6. Oktober, 20 Uhr) und

damit ein „wahnsinnig großes Spiel“, wie der Coach betont. Für ihn ist es ein Traumlos, ein Highlight-Spiel, „das wir uns selbst erarbeitet haben“, so Ramm. In seiner aktiven Laufbahn hat er mit dem GFC Düren und mit Borussia Freialdenhoven gegen die Fortuna gespielt. „Das ist nicht nur ein Traditionsverein, sondern auch ein absolut sympathischer Klub“, so Ramm. Die Chance, der Fortuna ein Bein zu stellen, beziffert er auf ein Prozent. „Wir bräuchten einen überragenden Tag, einen richtig guten Keeper und Glück“, sagt er. Vor allem müssen man bereit sein, zu leiden und sehr effiziente Arbeit gegen Ball zu verrichten. „Letztlich geht es aber darum, dieses Spiel zu genießen. Ein Sieg wäre verrückt, da müssten wir allen Spielern eine Statue setzen“, erklärt der Trainer, der Kreuzau einst in Kreisliga B übernommen und Schritt für Schritt nach oben geführt hat. „Hier ist mit Herzblut etwas gewachsen und eine gute Gemeinschaft entstanden“, findet er.

Fortuna-Coach Matthias Mink will Kreuzau nicht den Gefallen tun, unkonzentriert aufzutreten. „Wir treffen auf einen unbekannten Gegner, sind aber natürlich gut vorbereitet. Kreuzau wird wahrscheinlich im tiefen Block verteidigen“, vermutet er. Darauf wird Mink seiner Akteure gewissenhaft einstellen. Zudem werde man sicherlich ein wenig Spielzeit verteilen, aber keineswegs komplett rotieren, stellt er klar.

1.FC Düren vor Wiedersehen mit dem FC Hürth

Philipp Simon, Trainer und Sportlicher Leiter des Mittelrheinligisten 1. FC Düren, tritt derweil mit seiner Equipe beim Ligarivalen FC Hürth an (Mi., 7. Oktober, 19.30 Uhr). „Wir fahren dorthin, um eine Runde weiterzukommen“, gibt er vor. In der Meisterschaft habe man sich zu Hause mit einem 0:0 begnügen müssen. „Aber da haben wir viele Chancen vergeben, das müssen wir besser machen“, so Simon, der vor allem dem zuletzt formstarken Boby Bossu einen Treffer zutraut. Abgesehen von den beiden Langzeitverletzten Domenick Marko und Vinzent Zingel (beide im Aufbautraining) stehen Düren alle Spieler zur Verfügung.

Andi Avramovic, Trainer des Mittelrheinligisten VfL Vichttal, erwartet mit seiner Elf den Regionalliga-Aufsteiger Bergisch Gladbach 09 (Mi., 7. Oktober, 19.30 Uhr). „Wir kennen den Gegner noch gut. Wenn die 09er einen guten Tag erwischen, wird es schwierig für uns. Aber anderseits bin ich davon überzeugt, dass dort niemand Freudensprünge gemacht hat, als wir als Gegner ausgelost worden sind“, ist Avramovic überzeugt. Er will die letzten Eindrücke abwarten, ehe er seine Startelf benennt. Dem Zufall möchte man in Vichttal nichts überlassen, dafür ist der Wettbewerb zu wichtig.

Titelverteidiger Viktoria Köln tritt im Westen der Domstadt an

Im Bitburger-Pokal werden sechs Runden inklusive Finale bestritten. Klassentiefere Teams genießen bis einschließlich des Semifinals Heimrecht. Titelverteidiger ist Rekordchampion und Drittligist FC Viktoria Köln. Das Team um Viktoria-Trainer Marian Wilhelm tritt beim Landesligisten Blau-Weiß Köln an (Mi., 7. Oktober, 19.30 Uhr). „Wir freuen uns auf das Spiel und wollen gerne Werbung machen, für unsere Art Fußball zu spielen“,

hat Wilhelm als Losung ausgegeben. Zuletzt gelang das in der Meisterschaft mit Bravour: Die Viktoria belegt Platz zwei im Drittliga-Klassement und will unbedingt erneut das Bitburger-Pokal-Finale erreichen. Zumal das Endspiel am 29. Mai 2027 erneut im Kölner Sportpark Höhenberg stattfindet, der Heimspielstätte der Viktoria. Der Gewinner spielt in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokal.

Foto: Esteban Sierra
 
Mehr zum Thema
Nach oben scrollen