Bitburger-FVM-Pokal und Schaebens-Pokal der Frauen: Auslosung verspricht packende Duelle

Bitburger-FVM-Pokal und Schaebens-Pokal der Frauen: Auslosung verspricht packende Duelle

Rechtzeitig vor der live via Facebook übertragenen Auslosung der ersten Spielrunde wurde das Ziel gesetzt: Die Finals des Bitburger-Pokals werden auch in den kommenden fünf Jahren im Kölner Sportpark Höhenberg ausgetragen. Das wurde am Tag vor der Ziehung bekannt. Der Fixpunkt für den im August startenden Wettbewerb ist damit die Teilnahme am Endspiel am 29. Mai 2027 in der Arena im rechtsrheinischen Köln. „Das Bitburger-Pokalfinale hat sich als feste Größe im Jahreskalender der Sportstadt Köln etabliert. Überdies bietet der Sportpark Höhenberg bei jeder Finalpaarung den Teams einen würdigen Finalrahmen und optimale Bedingungen. Diese Kombination war letztlich ausschlaggebend für die Verlängerung”, erklärte Rudi Rheinstädtler, Vizepräsident Sport des Fußball-Verbandes Mittelrhein. Er fungierte auch als Losfee bei der Ziehung der Erstrunden-Paarungen im Bitburger-Pokal und Schaebens-Pokal der Frauen sowie der letzterem Wettbewerb vorgelagerten Play-Offs.

Wie es sich anfühlt, im Sportpark Höhenberg den Pott zu gewinnen, weiß Marian Wilhelm nur zu gut. Er krönte seine Premieren-Saison als Cheftrainer des Drittligisten Viktoria Köln vor wenigen Wochen mit dem Sieg im Bitburger-Pokal. Das 6:5 (0:0) im Elfmeterschießen gegen den Regionalliga-Meister S. C. Fortuna war der elfte Triumph des Vereins aus dem Rechtsrheinischen. „Wir haben dieses Spiel sehr genossen. Der Sportpark bietet einen tollen Rahmen für diesen Wettbewerb. Und für uns ist es etwas ganz Besonderes, dass das Finale weiterhin bei uns stattfindet“, sagt er. Dass seine Mannschaft nun binnen weniger Wochen als FVM-Vertreter im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten 1. FC Nürnberg und in der ersten Runde des Bitburger-Pokals antreten werde, sei alles andere als ein Problem. „Mit Blick auf das Nürnberg-Spiel weiß man, worum es auf FVM-Ebene geht. Das motiviert zusätzlich. Wir freuen uns daher auf jede Runde“, betont er. Los geht es mit einer Partie im Fußballkreis Heinsberg. Die Viktoria tritt beim Landesligisten FC Union Schafhausen an. Das ergab die Auslosung der 32 Paarungen.

Bei Union Schafhausen erwartet man ein Highlight für den gesamten Ort

„Ein Superlos“, freute sich Jochen Küppers, Sportlicher Leiter in Schafhausen. Zweimal habe man in der jüngeren Vergangenheit gegen S.C. Fortuna Köln gespielt, „und es war immer ein Spektakel“. Die Partie gegen den Titelverteidiger sei eine schöne Extramotivation für die Jungs und für den gesamten Ort ein Highlight. „Dafür spielt man mit im Bitburger-Pokal“, so Küppers. Motivation und Vorfreude weckt der Bitburger-Pokal auch andernorts. Etwa beim Landesligisten FC Germania Lich-Steinstraß. „Zuletzt war zweimal frühzeitig Schluss. Das sollte sich jetzt ändern“, sagt Renardo Schiffer, Fußball-Obmann des Vereins. Nun geht es zum Kölner Mittelrheinliga-Absteiger FC Pesch.

Lich-Steinstraß setzt auf namhafte Zugänge. Mittelrheinliga-Toptorjäger Marc Kleefisch, der unweit zu Hause ist, konnte vom FC Wegberg-Beeck in die Landesliga gelotst werden. „Er hat gesagt, entweder geht er in eine höhere Klasse oder zu uns. Wir haben den Zuschlag bekommen“, ist Schiffer glücklich. Mit Leon Ruhrig von Frechen 20 hat man einen mittelrheinligaerfahrenen Sechser verpflichtet, Yannik Voussen, zuletzt Germania Teveren, gilt als waschechter Torjäger und Mustapha Chahrour (VfL Vichttal) als starker Außenbahn-Akteur. „Das sind namhafte Zugänge. Wir haben richtig geackert, auch weil der Verein nächstes Jahr 100 Jahre alt wird“, so Schiffer, der nur allzu gerne im Bitburger-Pokal überwintern würde, um im Jubiläumsjahr noch im Wettbewerb dabei zu sein.

TuS Oberpleis erwartet den Bonner SC

Andere Ziele verfolgt Andreas Gurk vom SC Altendorf-Ersdorf. Der zweite Vorsitzende des B-Ligisten ist stolz, dank der Halbfinalteilnahme im Bonner Kreispokal in der Auftaktrunde mitzumischen. „Dabei zu sein, ist Weltklasse für uns“, findet er. Sein Team, dessen Tor Sohn Fabian hütet, trifft nun auf den Kölner Bezirksligisten SpVg Rheindörfer Köln Nord. „Ich hätte Fortuna oder Viktoria Köln bevorzugt, aber wir nehmen es, wie es kommt“, sagt Gurk, der der Mannschaft um den neuen Trainer Deniz Volkan einiges zutraut. Zum Neuaufbau sollen mit Linus Brämm (TuS Dom-Esch) und Simon Lichtschlag (RW Merl) auch zwei bisherige A-Junioren beitragen.

Auf „eine gute Truppe“ setzt Stefan Bung, Sportlicher Leiter des Landesliga-Aufsteigers TuS Oberpleis. Die wird es brauchen, geht es doch gegen den Regionalligisten Bonner SC. „Es ist immer ein besonderes Ereignis, im Bitburger-Pokal mitspielen zu dürfen“, findet Bung, der als Trainer 2022 den 1. FC Spich ins Halbfinale gegen Viktoria Köln geführt hat. Zwar haben sich mit Keeper Sebastian Klein und Mittelfeldspieler Tim Becker zwei langjährige Größen aus Oberpleis verabschiedet, doch einen größeren Umbruch gab es nicht. Daher kann man mit bewährten Kräften versuchen, dem Favoriten ein Bein zu stellen.

Im Schaebens-Pokal der Frauen gibt es eine Neuauflage

Nicht minder anspruchsvoll ist der Wettbewerb im Schaebens-Pokal der Frauen. Titelverteidiger S.C. Fortuna Köln will erneut durchstarten. „Wir wollen den Pott in der Südstadt behalten“, betont Achim Stuhr, Frauen-Abteilungsleiter bei der Fortuna. Der Auftakt hat es aber in sich: Es geht zum Regionalliga-Aufsteiger DJK Südwest Köln. Damit kommt es zur Wiederauflage des 2025er-Finals, das die Fortuna mit 3:1 gewann. Jule Brockerhoff, einst Fortuna-Spielerin und inzwischen Trainerin der DJK, freut sich auf den Vergleich: „Es ist ein schweres, vielleicht sogar das schwerste Los. Aber wenn man im Schaebens-Pokal bestehen will, müssen wir an jedem Gegner vorbei. Wir werden auf jeden Fall einen richtig schönen Pokalabend daraus machen.“

Emilie Schmidt, Vorsitzende des Verbandsausschusses für Frauenfußball und Pokalspielleiterin, freut sich auf den Wettbewerb: „Ich bin gespannt auf die Wiederauflage des Finales. Aber auch die anderen Partien lassen spannende Spiele vermuten.“ Das hofft man auch beim Bezirksligisten VfL Kommern, der auf den Vizechampion und Regionalligisten Vorwärts Spoho Köln trifft. „Das ist ein ähnlicher Hammer wie in der letzten Saison Alemannia Aachen. An so einem Spiel kann man nur wachsen. Wir werden versuchen, etwas für den gesamten Klub daraus zu zaubern“, erklärt Sascha Wagner, Abteilungsleiter Frauen- & Mädchen in Kommern.

Acht Teams hoffen auf erfolgreiche Play-Offs

Das Teilnehmerfeld im Schaebens-Pokal der Frauen besteht aus 16 Mannschaften. Für das Achtelfinale sind neben den neun Kreispokalsiegerinnen die in der Frauen-Regionalliga West spielenden Teams des FVM qualifiziert. Um die weiteren vier freien Plätze spielen die acht Zweitplatzierten der Kreispokalwettbewerbe jener Kreise mit den meisten im Kreispokal gemeldeten Teams in Relation zur Gesamtzahl am Spielbetrieb teilnehmender Frauenmannschaften in Play-Offs. Aufgrund dieses Quotienten sind dabei in diesem Jahr die Zweitplatzierten der Kreise Bonn, Köln, Sieg, Berg, Euskirchen, Rhein-Erft, Düren und Heinsberg dabei. Die Play-Off-Runde wird vor Meisterschaftsbeginn im FVM am 6. September gespielt, die Achtelfinals folgen am 7. und 8. Oktober. Das Finale im Schaebens-Pokal steigt am 6. Mai 2027 (Christi Himmelfahrt).

Fairness hat sich bezahlt gemacht

Im Bitburger-Pokal waren neben den teilnahmeberechtigten Regional- und Drittligisten aus dem FVM-Gebiet alle teilnahmeberechtigten Mittelrheinligisten vorqualifiziert, hinzu kamen die in den Bitburger-Kreispokalen erfolgreichen Teams. Die restlichen freien Plätze wurden an die am besten platzierten Teams im WestLotto-Fair-Play-Pokal der Herren vergeben, die sich nicht bereits anderweitig qualifiziert haben.

Fotos: Esteban Sierra, Fabian Navarro Rubio/FVM
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