Der Auftakt des auf 64 Teilnehmer angewachsenen Bitburger-Pokals bot, was der Wettbewerb seit jeher verspricht: das packende Duell eines bis in die Haarspitzen motivierten Underdogs mit einem namhaften Favoriten. Letztlich verpasste der Bezirksligist SV Rhenania Bessenich die Überraschung gegen den Regionalliga-Aufsteiger Bonner SC, doch das 2:4 hinterließ stolze Verlierer. „Nicht nur die Mannschaft, der ganze Verein kann stolz auf diese Leistung sein. Es war ein toller Abend, der 1a organisiert war“, erklärte Emre Armutci, der Sportlicher Leiter in Bessenich. Lob kam auch vom Gegner. „Die Bessenicher haben es richtig gut gemacht, sie haben sich auf dem Platz zerrissen“, fand BSC-Sportdirektor Daniel Zillken.
Diese Einschätzung galt insbesondere für den Start. Zwar hatten die Bonner mehr Ballbesitz, doch die Gastgeber präsentierten sich äußerst couragiert, verteidigten diszipliniert und hatten Pech, als Jehon Vatovci nach rund einer Viertelstunde nur den Pfosten traf. „Wir waren richtig gut drauf“, so Armutci, der erklärte, zuvor „Tag und Nacht an der Taktik gefeilt“ zu haben. Nach 31 Minuten war es dann tatsächlich soweit: Valentin Ivanov brachte den Underdog mit einem Freistoß in Führung, der vorbei an Freund und Feind den Weg ins lange Eck fand. „Wir mussten uns danach erstmal schütteln“, betonte Zillken, dessen Team nun zwar noch vehementer nach vorne spielte, aber kurz nach dem Wiederanpfiff nochmals die Luft anhalten musste, als ein Schuss von Ivanov nur knapp sein Ziel verfehlte. „Wenn der drin gewesen wäre, wäre es noch enger geworden“, sagte Armutci.
Serhat Koruk bringt Favoriten in die Spur
Es blieb beim Konjunktiv. Nach einer schönen Kombination glich Serhat Koruk in der 49. Spielminute aus. Nur vier Minuten später drehte Yannik Schlösser mit seinem Treffer aus kurzer Distanz zum 2:1 die Partie. „Da haben wir nicht aufgepasst. Die Gegentore sind zu schnell gefallen und haben uns das Genick gebrochen“, meinte der Bessenicher Sportchef. Markus Wipperfürth legte nach 77 Minuten das 3:1 mit einem Schuss aus rund 16 Metern Tordistanz nach. Die Partei schien entschieden, doch der Sekunden zuvor eingewechselte Cvenant Oku Smart verkürzte im Anschluss an einen Freistoß mit seinem ersten Ballkontakt auf 2:3 (85.). Nun suchten die Bessenicher ihr Glück mit langen Bällen, „von denen immer einer durchrutschen kann“, wie Zillken betonte. Sein Bangen endete erst, als Eray Ramazan Isik in der vierten Minute der Nachspielzeit nach einer Vorlage von Koruk den 4:2-Endstand erzielte. „Wir sind eine Runde weiter, das zählt“, zog Zillken Bilanz.
Diesen Satz konnte Alemannia Aachens Coach Benedetto Muzzicato unterschreiben. Seine Drittliga-Mannschaft hatte zunächst auch ihre liebe Mühe beim Mittelrheinligisten 1. FC Düren. Letztlich sprang dann ein deutlicher 6:1 (2:1)-Sieg für den Vize-Champion heraus. „Wir haben uns zu Beginn sehr schwergetan und Düren mit vermeidbaren Fehlern zum Gegentor eingeladen“, erklärte der neue Alemannia-Trainer mit Blick auf den Konter, den Philipp Simon nach fünf Minuten mit dem 1:0 vollendete. „Wir hatten eine mutige Herangehensweise gewählt und haben immer wieder Mut von den Jungs eingefordert“, sagte hingegen der Dürener Trainer Luca Lausberg. Dies setzten seine Spieler vor 2200 Zuschauer*innen an der altehrwürdigen Westkampfbahn um. Gianluca Gaudino glich dennoch per Elfmeter nach Foul an Otschie Wriedt aus (25.). Und Letzterer legte unmittelbar vor dem Pausenpfiff den Aachener Führungstreffer nach. „Es war ärgerlich, dass wir kurz vor der Pause das 1:2 kassiert haben, weil wir nach einem Einwurf nicht schnell genug in die Positionierung zurückgekommen sind“, meinte Lausberg. Dennoch habe man sehr gute erste 45 Minuten gespielt.
Alemannia zeigt in Halbzeit zwei anderes Gesicht
„In der zweiten Halbzeit hat man den Qualitätsunterschied dann schon gemerkt. Wir haben ein wenig nachgelassen, auch aufgrund der intensiven ersten Halbzeit“, musste der Dürener Trainer konstatieren. Faton Ademi (49.), Emmanuel Elekwa (59.), erneut Wriedt (63.) und Lukas Scepanik (67.) legten die Aachener Treffer drei bis sechs nach. „Nach der Pause haben wir eine ganz andere Leistung gezeigt“, fand auch Muzzicato, der die stimmungsvolle Pokalatmosphäre in Düren lobte. Diese Erinnerungen nahm auch sein Pendant auf der Bank der Gastgeber mit. Lausberg sagte: „Für den Verein und die Mannschaft war es ein gelungenes Event. Die zweite Halbzeit war für uns sehr lehrreich. Wir nehmen viele positive Momente aus diesem Spiel mit.“
Bergisch Gladbach trifft auf S.C. Fortuna Köln
Mit Spannung werden nun die weiteren Paarungen der ersten Runde erwartet. Am Mittwoch, 20. August (19 Uhr, Belkaw-Arena, Paffrather Straße 135) trifft dabei Mittelrheinligist SV Bergisch Gladbach 09 auf den Regionalligisten S.C. Fortuna Köln. Zeitgleich erwartet Landesligist FC Germania Teveren den Titelverteidiger und Drittligisten Viktoria Köln (Karl-Peters-Sportanlage, Flovericher Straße, Geilenkirchen). Im Bitburger-Pokal gehen nun erstmals 64 Mannschaften an den Start. Neben den teilnahmeberechtigten Regional- und Drittligisten aus dem FVM-Gebiet sind auch alle teilnahmeberechtigten Mittelrheinligisten vorqualifiziert. Das übrige Feld wurde im Rahmen der Bitburger-Kreispokalendspiele ermittelt, an dem alle ersten Mannschaften ab der Landesliga abwärts teilnehmen. Acht weitere Plätze nehmen die besten Teams im WestLotto-Fair-Play-Pokal ein. Gespielt werden sechs Runden inklusive Finale. Klassentiefere Teams genießen bis einschließlich Halbfinale Heimrecht. Das Endspiel steigt am 23. Mai 2026 im Kölner Sportpark Höhenberg. Der Gewinner tritt in der ersten Runde des DFB-Pokals an.
Bitburger-Pokal 2025/26: Paarungen der 1. Runde
- SV Rhenania Bessenich (BZL) - Bonner SC (RL) 2:4
- FC Düren (MRL) - TSV Alemannia Aachen (3. Liga) 1:6
- SV Schönenbach (BZL) - SSV Merten (MRL)
- VfR Bachem (KLB) - FC Germania Lich-Steinstraß (LL)
- FC Teutonia Weiden (MRL) - Sportfreunde 1919 Düren (MRL, Kreispokalsieger)
- TuS Herchen (KLB) - SC Fliesteden (LL, über WestLotto-Fair-Play-Pokal)
- SV Vorgebirge (BZL) - Siegburger SV 04 (MRL)
- SV Bergfried Leverkusen (BZL, über WestLotto-Fair-Play-Pokal) - SpVg Porz (MRL)
- FC Germania Teveren (LL) - FC Viktoria Köln (3. Liga)
- SV Schöneseiffen 1950 (KLA) - SSV Jan Wellem 05 (BZL)
- SV Bergisch Gladbach 09 (MRL) - S.C. Fortuna Köln (RL)
- FV Bonn-Endenich (MRL) - FC Viktoria Arnoldsweiler (LL)
- SC Uckerath (BZL) - TuS BW Königsdorf (MRL)
- TV Hoffnungsthal (BZL) - SpVg. Frechen 20 (MRL)
- TV Konzen (BZL, über WestLotto-Fair-Play-Pokal) - DJK Rasensport Aachen-Brand (LL)
- FC Dynamo Erkelenz (KLA) - SC Bor. Lindenthal-Hohenlind (LL)
- FC Germania Zündorf (BZL) - SV Eilendorf (LL, Kreispokalsieger)
- Kohlscheider BC (BZL) - VfL 08 Vichttal (MRL)
- SV Deutz 05 (BZL, Kreispokalsieger) - SV Eintracht Hohkeppel (MRL)
- TuS Roisdorf (KLB) - SV Kurdistan Düren (LL)
- SV SW Nierfeld (KLA, über WestLotto-Fair-Play-Pokal) - SSV Bornheim (MRL, Kreispokalsieger)
- SC Elsdorf (BZL, über WestLotto-Fair-Play-Pokal) - SC Germania Erftstadt-Lechenich (BZL)
- SV Niersquelle Kuckum (BZL, Kreispokalsieger) - FC Pesch (MRL)
- FC Hürth (MRL) - BCV Glesch-Paffendorf (LL)
- FC Rheinsüd Köln (BZL) - SC BW Köln (LL)
- Hilal-Maroc Bergheim (BZL, Kreispokalsieger) - FC Union Schafhausen (MRL)
- SC Erkelenz (KLA) - FC Hennef 05 (MRL)
- SG Flamersheim/Kirchheim (KLA, Kreispokalsieger) - FC Wegberg-Beeck (MRL)
- SV Scherpenseel-Grotenrath (KLA) - FV Wiehl (LL, Kreispokalsieger)
- Wahlscheider SV (BZL) - SV Eintracht Verlautenheide (LL)
- SV RW Merl (BZL) - FSV Neunkirchen-Seelscheid (LL, Kreispokalsieger)
- SC Fortuna Bonn (LL, über WestLotto-Fair-Play-Pokal) - SV Schlebusch (LL, über WestLotto-Fair-Play-Pokal)
Geplante Spieltermine gemäß Rahmenterminkalender
- 1. Runde: 20. bis 24. August 2025 (Spiele mit Beteiligung von Regional- und Drittligisten am 20. August 2025)
- 2. Runde: 23. bis 25. September 2025
- Achtelfinale: 22. November 2025 (Spiele mit Beteiligung von Regional- und Drittligisten am 19. November 2025)
- Viertelfinale: 24. bis 26. Februar 2026
- Halbfinale: 24. bis 26. März 2026
- Finale: 23. Mai 2026
Weitere Auslosungstermine
Die Spielpaarungen der zweiten Runde im Bitburger-Pokal der Herren werden voraussichtlich Ende August ausgelost.
