Bitburger-FVM-Pokalfinale 2026: Teamcheck FC Viktoria Köln

Bitburger-FVM-Pokalfinale 2026: Teamcheck FC Viktoria Köln

Nur noch wenige Tage bis zum großen Endspiel! S.C: Fortuna Köln trifft im Rahmen des Finaltags der Amateure auf Viktoria Köln und beide Vertreter kämpfen nicht nur um den Bitburger-Pokal, sondern auch um den Einzug in den DFB-Pokal 2026/27. Doch was macht beide Klubs aus? Wer sind die Spieler, auf die es zu achten gilt? Wir werfen einen Blick drauf. 

Der Klub

Angekommen ist der FC Viktoria Köln in der 3. Liga: Da sind sich sieben Jahre nach dem Aufstieg 2019 alle einig. Doch auf dem Erreichten ausruhen und stehenbleiben will man nicht. „Wir sind alle hungrig und wollen in unserer Entwicklung weiterkommen“, sagt Valentin Schäfer, der Anfang Februar die durch den Abgang von Stephan Küsters vakante Position des Sportlichen Leiters übernommen hat. Der bisherige Chefscout & Kaderplaner ist bereits seit Sommer 2021 für den Verein aus dem rechtsrheinischen Köln tätig. „Ich identifiziere mich voll und ganz mit dem Klub und seinen Menschen. Deshalb bedeutet es mir viel, hier den nächsten Schritt gehen zu können“, sagt der gebürtige Berliner. Zu diesen nächsten Etappen zählt der erneute Gewinn des Bitburger-Pokals und damit die Qualifikation für die Hauptrunde des DFB-Pokals und wohl auch die Ambition, künftig ganz oben in der Liga mitzumischen. Die Voraussetzungen scheinen günstig. Das heimische Stadion, der Sportpark Höhenberg, zählt zwar nicht zu den größten Arenen der Spielklasse, ist aber ein Schmuckkästchen, das für die Nähe zu den Protagonisten auf den Rasen und klassische Fußball-Atmosphäre steht. Seit der Vergabe des Bitburger-Pokal-Endspiels hat man im eigenen „Wohnzimmer“ die Erfolge im Cup auf Verbandsebene fortgesetzt. Der FC Viktoria und seine Vorgängervereine haben inzwischen zehnmal den Titel geholt – zuletzt im vergangenen Jahr. Über mangelndes Glück bei den Auslosungen für den DFB-Pokal konnte sich im rechtsrheinischen Köln niemand beklagen. Man traf auf Hertha BSC (2:4), auf Union Berlin (2:1) und Bayer 04 Leverkusen (0:6), dem 1. FC Nürnberg unterlag man erst im Elfmeterschießen, RB Leipzig zwang die Viktoria 2018 in die Verlängerung (1:3), genau wie 2021 die TSG Hoffenheim (2:3). Und dann war da noch die Erstrunden-Partie vor 50.000 Zuschauern im Spätsommer 2022 im RheinEnergie-Stadion gegen den FC Bayern München (0:5). Sportlich toppte man dieses Erlebnis im Jahr darauf, als Bundesligist Werder Bremen mit 3:2 bezwungen wurde, ehe in der zweiten Runde nach einem 0:2 gegen Eintracht Frankfurt Schluss war. So könnte es weitergehen bei dem Verein, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1904 zurückreichen und der von 1978 bis 1981 als SC Viktoria in der 2. Bundesliga auflief.

Der Trainer

Der Staffelstab wurde nach dem Sieg im Bitburger-Pokal 2025 übergeben. Olaf Janßen, spätestens seit Beginn seines zweiten Engagements beim Viktoria Köln Anfang Februar 2021 das Gesicht des Vereins, verabschiedete sich in Richtung SV Sandhausen und Marian Wilhelm, zuvor Co-Trainer, übernahm. Anders als Janßen kann der Neue nicht auf eine lange Profikarriere zurückblicken. Schon im Alter von 20 Jahren stoppte eine lange Zeit nicht richtig diagnostizierte Schienbeinverletzung Wilhelms Spielerlaufbahn. Dennoch traute man dem jungen Mann den Job an der Seitenlinie zu. Das kam nicht von ungefähr. Wilhelm war kein Unbekannter bei der Viktoria. Seit 2010 gehört er zum Verein. Der 37-Jährige war unter anderem Cheftrainer der U 19-Mannschaft und bekleidete weitere wichtige Positionen im Leistungszentrum. Diese Erfahrung ist das große Plus. Denn Wilhelm sorgt für eine hohe Durchlässigkeit vom Nachwuchs in den Profikader. Mehrere Spieler aus seiner U 17- sowie U 19-Mannschaft spielten später in der Drittliga-Mannschaft – darunter die Brüder Malek El Mala und Saïd El Mala. Unter Wilhelm hat die Viktoria sich im Mittelfeld des Klassements etabliert und den Einzug ins Bitburger-Pokal-Finale geschafft. Das findet Anerkennung. So wurde sein Vertrag unlängst verlängert. Franz Wunderlich, Sport-Vorstand der Viktoria, sagt: „Jeder weiß, was Marian mit seinem Team bisher geleistet hat.“ Nun könne man den Weg, den man seit längerer Zeit gehe, fortführen. „Das ist wichtig für die Gesamtentwicklung unseres Vereins.“ Wilhelm spricht seinerseits von einem „starken Zeichen des gegenseitigen Vertrauens“. Die Zusammenarbeit mit der Mannschaft, dem Staff und dem gesamten Verein mache enorm viel Spaß. „Ich bin sicher, dass wir auf unserer gewachsenen Vereinsidentität aufbauen und gemeinsam noch viel erreichen können.“

Das Team

Seinen Star hat der Viktoria Köln im vergangenen Sommer verloren. Said El Mala setzte fortan sein persönliches Fußballmärchen beim 1. FC Köln fort, wo er sogar zum deutschen Nationalspieler avancierte. Doch diesen Verlust hat man verkraftet. Zwar durfte nie ernsthaft vom Aufstieg geträumt werden, doch mit den Sorgen der Abstiegskandidaten hatte man auch nichts zu tun. Als Rückhalt erwies sich zuletzt der 1,92 Meter große, im Sommer vom SC Paderborn verpflichtete Torhüter Arne Schulz. Der 23-Jährige ersetzte Eduardo Dos Santos Haesler, kurz Dudu, der im Winter zum portugiesischen Erstligisten Estrela Amadora wechselte, nachdem er für den Kölner Drittligisten in 52 Liga-Partien absolviert hatte. Lars Dietz ist ein umsichtiger Verteidiger. Das gilt auch für den im Sommer von 1860 München verpflichteten Tim Kloss. Deren Klasse ist umso wichtiger, weil, Abwehrchef Christoph Greger, mit mehr als 250 Drittliga-Partien unumstrittene Führungspersönlichkeit, seit geraumer Zeit ausfällt. Für geballte Routine steht auch der auf den Außenpositionen flexibel einsetzbare Simon Handle. Der 33-Jährige läuft seit 2017 für die Viktoria auf und beendet mit Saisonabschluss seine Karriere. Zu den Säulen im Mittelfeld zählen Tobias Eisenhuth, Lucas Wolf, Florian Engelhardt und Leonhard Münst. Letzterer wurde bei den Stuttgarter Kickers und dem VfB Stuttgart ausgebildet, spielte bereits in der Schweiz und fand im vergangenen Sommer ins Rheinland. Für Akzente in der Offensive setzen immer wieder David Otto und Benjamin Zank. Letzterer vollführte im Achtelfinale des Bitburger-Pokals ein besonderes Kunststück: Zank erzielte beim 8:0-Sieg beim Bezirksligisten Wahlscheider SV sage und schreibe fünf Tore – so oft hat niemand sonst im laufenden Wettbewerb in einem Spiel getroffen. Zank, der aufgrund eines Meniskusschadens vorerst ausfällt, steht mit seinen 21 Jahren ebenso wie der gleichaltrige Kloss, Keeper Schulz (23) und Engelhardt (22) für den hohen Anteil junger Akteure im Viktoria Team. Dazu sagt der Sportliche Leiter Schäfer man wolle junge Spieler weiterentwickeln und aggressiven, intensiven Fußball spielen. Coach Wilhelm nennt es einen „spannenden Weg“. Das Potenzial habe man noch nicht ausgeschöpft.

Foto: Viktoria Köln
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