Bitburger-FVM-Pokalfinale 2026: Teamcheck S.C. Fortuna Köln

Bitburger-FVM-Pokalfinale 2026: Teamcheck S.C. Fortuna Köln

Nur noch wenige Tage bis zum großen Endspiel! S.C: Fortuna Köln trifft im Rahmen des Finaltags der Amateure auf Viktoria Köln und beide Vertreter kämpfen nicht nur um den Bitburger-Pokal, sondern auch um den Einzug in den DFB-Pokal 2026/27. Doch was macht beide Klubs aus? Wer sind die Spieler, auf die es zu achten gilt? Wir werfen einen Blick drauf. 

Der Klub

Seit dem vorzeitigen Titelgewinn in der Regionalliga West steht fest, S.C. Fortuna Köln ist zurück im deutschen Profifußball. Das war lange Zeit eine Selbstverständlichkeit. Zwar spielte der Südstadt-Klub nur in der Saison 1973/74 in der Ersten Liga, doch 26 Jahre lang war die Fortuna Zweitligist. Noch immer belegt der Verein Platz sieben in der Ewigen Tabelle der 2. Bundesliga. Diese Ära, die eng mit dem Namen Jean Löring, lange Zeit Vereinspräsident und Mäzen, verbunden ist, hat viele Erinnerungen hinterlassen. Es ist die Erinnerung an große Spieler wie Dirk Lottner, Hans Sarpei, Hansjörg Schneider oder Thomas Brdaric und bekannte Männer auf der Trainerbank wie Bernd Schuster, Toni Schumacher oder Hans Krankl. Es ist aber auch die Erinnerung an unvergessliche Matches wie die in der Relegation 1986 gegen Borussia Dortmund, als nach einem 2:0 und 1:3 erst im Entscheidungsspiel angesichts eines 0:8 der Traum vom erneuten Erstliga-Aufstieg platzte oder die Derbys gegen den 1. FC Köln. So 1983, als eine couragierte Fortuna-Mannschaft im DFB-Pokalfinale in Köln-Müngersdorf dem FC mit 0:1 unterlag, aber vom Publikum gefeiert wurde oder in der Zweitliga-Saison 1998/99, als der große Rivale mit 4:2 und 3:0 besiegt wurde. Diesen Zeiten endeten mit dem Abstieg im Jahr 2000. Es folgten schwierige Jahre – sportlich und finanziell. Inzwischen gilt die Fortuna als solide geführter, familiärer Klub. Mit dem Drittliga-Aufstieg 2014 kehrten die Kölner zwischenzeitlich in den Profifußball zurück, ehe 2019 der Abstieg in die Regionalliga folgte. Seither durften die Fans mehrmals vom erneuten Aufstieg träumen, ehe nun der große Triumph gelang. Den Bitburger-Pokal gewann der Verein 2013 und lieferte anschließend im DFB-Pokal dem FSV Mainz 05 beim 1:2 einen großen Fight. Es folgten weitere Finalteilnahmen 2016, 2017, 2019 und 2022 jedoch kein weiterer Titelgewinn.

Der Trainer

Matthias Mink ist beim Regionalligisten S.C. Fortuna Köln gleich doppelt gefordert. Er ist Trainer und Sportdirektor in Personalunion und damit der Mann, der die Geschicke des Teams maßgeblich prägt. Wie gut er das tut, fand bereits vor dem Titelgewinn in der Meisterschaft einen Beleg: Der Verein verkündete die Verlängerung des Kontrakts mit Mink bis 2028. „Seine Erfolge sprechen für sich, er hat ein schlagkräftiges Team geformt“, sagt Vereinspräsident Hanns-Jörg Westendorf. Mink ist eine Institution bei dem Südstadt-Klub. Seit März 2024 fungiert er dort als Cheftrainer. Doch erkennt auch andere Perspektiven. Zwischen 1992 und 1999 lief er als Innenverteidiger für das Profi-Team in Zollstock auf und absolvierte 156 Zweitliga-Einsätze für die Kölner. Den Trainerposten hatte er bereits von 2007 bis 2011 inne. Nach dem Aufstieg aus der Mittelrheinliga folgten drei Jahre in der NRW-Liga, ehe im vierten Jahr der Sprung in die Regionalliga gelang. Nach Stationen in Leverkusen, Kassel, Steinbach und Homburg kehrte Mink Anfang 2022 zur Fortuna zurück. Zunächst als Coach der stark abstiegsbedrohten Mittelrheinliga-Reserve, die er zum Saisonende doch noch zum Klassenerhalt führte, dann als Sportlicher Leiter der Profis und inzwischen zusätzlich als deren Cheftrainer. Der 58-Jährige gibt seitdem die Richtung vor – und das gelingt in der laufenden Serie herausragend gut. „Wir sind vom ersten Tag an einen tollen Weg gegangen. Das Innenleben der Mannschaft und das Verständnis untereinander waren wahnsinnig gut“, so Mink nach dem Aufstieg. Der Bitburger-Pokal berge die Chance, mit vergleichsweise wenigen Spielen maximalen Erfolg zu erzielen. „Mit einem Sieg würden wir außerdem unseren Fans gerne etwas zurückgeben“, erklärt Mink.

Das Team

Umbau geglückt – so könnte man die ersten Monate der laufenden Serie für den Regionalligisten S.C. Fortuna Köln zusammenfassen. Denn im Sommer verabschiedeten sich nicht weniger als 16 Spieler aus der Kölner Südstadt. Dazu zählten neben Ergänzungsspielern auch Leistungsträger wie Stipe Batarilo, Arnold Budimbu, Dominik Ernst oder Barne Pernot. Dies war die Folge individueller Entscheidungen, doch wohl auch einer Spielzeit, die zwar sehr gut begonnen, aber letztlich nicht zum durchschlagenden Erfolg geführt hatte. 17 Zugänge sollten es richten. Und das taten sie.Spätestens am zehnten Spieltag durfte Coach Matthias Mink angesichts des Sprungs an die Spitze des Regionalliga-Klassements für sich in Anspruch nehmen, bei der Suche nach neuen Kräften ein gutes Gespür bewiesen zu haben.

Dass Hamadi Al Ghaddioui eine Verstärkung sein würde, überraschte derweil nicht. Der 35-jährige gebürtige Bonner brachte Bundesliga-Erfahrung mit nach Köln, ein ungewöhnlicher Luxus auf Regionalliga-Niveau. 16 Erstligaeinsätze für den VfB Stuttgart, 76 Partien in der Zweiten Bundesliga, 56 Drittligaeinsätze und inzwischen weit mehr als 200 Partien in der Regionalliga stehen in der Vita des Mittelstürmers. „Er bringt extrem viel Erfahrung und Qualität mit“, erklärte auch Mink über den Angreifer. In der Offensive wirbeln seit Saisonstart aber noch weitere erfahrene Neulinge. Der 30-jährige Enzo Wirtz etwa, der bis zum Sommer beim Mittelrheinligisten SV Eintracht Hohkeppel unter Vertrag stand, in seiner Karriere aber auch schon beim Bonner SC überzeugte. Oder Rafael Garcia (32), der auf 74 Drittliga-Matches zurückblicken kann. Einige Jahre jünger sind Timo Bornemann und Nico Thier, die ebenfalls schon die gegnerischen Verteidiger arg gefordert haben. Letzterer war es auch, der den goldenen Treffer nach 57 Minuten im Viertelfinale des Bitburger-Pokals beim 1:0 gegen Alemannia Aachen erzielte und damit den wohl härtesten Gegner auf dem Weg ins Finale aus dem Weg räumte.

Als Strippenzieher im Mittelfeld hat sich Georg Strauch etabliert. Der 25-jährige hat in der Jugend des 1. FC Köln gespielt und durfte unter Steffen Baumgart vom Durchbruch im Profikader träumen. Dies blieb ihm zwar verwehrt, doch in Minks Team avancierte er zum Leistungsträger. Zu dieser Kategorie gehört auch Defensivspezialist Tom Geerkens, der vom VfB Lübeck ins Rheinland gelotst wurde. Zu den Säulen im Team der Fortuna zählen allerding auch bekannte Gesichter. Lennart Winkler etwa, der trotz seiner erst 22 Jahre eine überzeugende Nummer eins im Tor darstellt, aber auch Kapitän Robin Afamefuna als Verteidiger und Adrian Stanilevic im Mittelfeld. Wie gut sich die Fortuna präsentiert, zeigen nicht nur die vielen Erfolge der Saison, sondern auch die Worte der Konkurrenz. Daniel Zillken, Sportdirektor des Ligarivalen Bonner SC, sagt: „Die Fortuna ist eine ausgebuffte Truppe. Selbst wenn es mal nicht so gut läuft, ziehen sie Spiele auf ihre Seite. Das spricht eindeutig für ihre Qualität, das muss man anerkennen.“

Foto: S.C. Fortuna Köln
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