Das große Spiel kann kommen. Beim Landesligisten FSV Neunkirchen-Seelscheid hat man alle Vorbereitungen für das Viertelfinal-Duell im Bitburger-Pokal gegen den Drittligisten FC Viktoria Köln getroffen. „Die Verantwortlichen im Verein haben alles dafür getan, die Vorfreude ist riesengroß. Es ist eine einmalige Sache, sich mit einem Profiteam zu messen“, sagt FSV-Trainer Christoph Gerlach. „Dass es nun so weit ist, werden die Spieler aber wohl erst realisieren, wenn der Bus der Viktoria bei uns am Platz vorfährt“, blickt der FSV-Coach auf den Aschermittwoch, 5. März, 19 Uhr, voraus.
1200 Zuschauer*innen erwarten die Verantwortlichen am heimischen Sportplatz Breitscheid an der Buscher Straße, die für eine einmalige Atmosphäre sorgen dürften. „Es geht darum, diesen Abend zu genießen und als Gesamterlebnis für alle Spieler und den ganzen Verein zu verstehen“, macht Gerlach deutlich. Zwar wolle man sich teuer verkaufen und sportlich überzeugen, „aber den Wert dieses Spiels sollten wir nicht nur am Ergebnis messen“, erklärt der Trainer, der seit Saisonbeginn bei dem Landesligisten tätig ist.
Duell mit einem Spitzenteam der Dritten Liga
Der Verein ist ihm jedoch schon länger vertraut. Gerlach ist einst selbst für den FSV aufgelaufen. Auch einige seiner Spieler kennen den Klub seit vielen Jahren, identifizieren sich mit ihm. Dazu zählen etwa Kapitän und Innenverteidiger Rico Heinen, Stürmer Marc Schneider, dessen Vater Norbert den Klub führt, und auch Keeper Simon Stokowy. Hinzu kommen einige Talente und erfahrene Akteure, die in der jüngeren Vergangenheit verpflichtet wurden. „Wir haben eine gute Mischung im Kader“, ist Gerlach überzeugt.
Das dürfte man auch in Köln wissen. Ohnehin hat es Viktoria-Trainer Olaf Janßen in den vergangenen Jahren stets verstanden, sein Team gewissenhaft vorzubereiten und auf Spiele gegen unterklassige Gegner einzustellen. „Dieser Wettbewerb hat einen hohen Stellenwert für den gesamten Verein. Wir freuen uns immer auf die Spiele“, erklärte der Coach unlängst. Am Potenzial der Viktoria besteht sowieso kein Zweifel. Janßen hat die Mannschaft zuletzt in der Spitzengruppe der Dritten Liga etabliert.
1. FC Düren erwartet Alemannia Aachen
Ganz so weit ist man in Aachen noch nicht. Ziel des Drittliga-Aufsteigers ist der Klassenerhalt. Im Bitburger-Pokal will die Alemannia um ihren Coach Heiner Backhaus hingegen erneut nach dem Titel greifen. Auf dem Weg zur Wiederholung des Vorjahrestriumphs wartet nun aber eine schwierige Aufgabe: Im Viertelfinale geht es in die Nachbarschaft, zum Regionalligisten 1. FC Düren. Ein schweres Los, findet Backhaus, während sein Pendant auf der Dürener Bank, Kristopher Fetz, von einem „Highlight des Jahres“ spricht und sich auf ein stimmungsvolles Duell auf der Westkampfbahn an der Mariaweilerstraße 81 freut (Mi., 5. März, 19 Uhr).
Fetz kennt jedoch auch die Tücken des Spielplans. „Wir freuen uns auf das Match, ganz klar. Aber es findet zwischen wichtigen Meisterschaftsspielen statt“, sagt er. Daher müsse man kurzfristig schauen, mit welchem Personal man die frischeste und beste Mannschaft zusammenstellen könne, betont er. „Wir werden aber bestimmt niemanden schonen oder irgendwie gambeln“, macht er deutlich.
Eintracht Hohkeppel setzt bei Fortuna Köln auf starke Zugänge
Ein regionalligainternes Duell werden die Zuschauer*innen zeitgleich im Kölner Südstadion an der Vorgebirgsstraße zu sehen bekommen. Dort trifft der S.C. Fortuna auf den SV Eintracht Hohkeppel. Matthias Mink, Trainer der Fortuna, freut sich vor allem über das Heimrecht. Er will die Gunst der Auslosung nutzen, um die Pokalbilanz wieder aufzupolieren. „Da haben wir etwas gutzumachen“, findet er. Im vergangenen Jahr war nach einem 1:3 gegen den 1. FC Düren im Viertelfinale Schluss, in der Saison davor sogar in der ersten Runde. Letztmals im Finale stand der Traditionsklub aus der Südstadt 2022 gegen den FC Viktoria Köln (0:2), der letzte Titelgewinn glückte vor zwölf Jahren gegen Aachen (2:1).
Beim Gegner aus dem Oberbergischen will man den Kölner Ambitionen etwas entgegensetzen. „Ich denke, es werden Details über Sieg und Niederlage entscheiden. Wer den besseren Tag erwischt, gewinnt“, glaubt Eintracht-Sportdirektor Kevin Theisen. Zwar habe man das Meisterschaftshinspiel gegen die Fortuna verloren, „jetzt sind wir aber besser aufgestellt“, betont er. Hohkeppel hat im Winter einige neue Spieler verpflichtet. Mit Lukas van Ingen kam ein 20-jähriger Keeper von Telstar aus der zweiten niederländischen Liga, der zuletzt in der Liga spielte. Das gilt auch für Ayman Aourir, Frederic Baum und Aldin Dervisevic, die allesamt vom Drittligisten Alemannia Aachen geholt wurden. Sofort Akzente setzten auch Dominic Duncan (RW Erfurt) und der zuvor vereinslose Stürmer Mounir Bouziane. „Die Neuen sorgen für eine höhere Qualität“, ist Theisen sicher. Nun müsse man nur noch die Chancenverwertung verbessern. „Wir müssen vor dem Tor eiskalt werden“, sagt er. Dabei seien insbesondere Ömer Tokac und Enzo Wirtz, aber auch die Zugänge Aourir und Bouziane gefragt.
SSV Merten will Jubiläumsjahr krönen
Ein weiteres ligainternes Duell bestreiten die beiden Mittelrheinligisten Teutonia Weiden und SSV Merten am Mittwoch, 5. März, 19.30 Uhr, im Jupp-Derwall-Stadion (Kauseneichsgasse in Würselen). Für Merten sei das eine besondere Sache, betont Theo Riegel, der SSV-Vorsitzende. „Einmal haben wir es in die zweite Runde geschafft. Dort war dann aber Schluss. Im Viertelfinale des Bitburger-Pokals standen wir noch nie. Und das muss ja nicht die Endstation sein“, erklärt er. Zum 100-jährigen Vereinsbestehen würde ein Vorstoßen ins Semifinale und ein Duell mit einem der ganz Großen der Branche perfekt passen, meint Riegel. Er denkt aber zunächst an den nächsten Schritt. „Wir gehen in Weiden mit Demut und voll konzentriert an die Aufgabe heran“, sagt er.
Der Mertener Vereinschef hofft auf Unterstützung. „Wir fahren mit dem Bus zum Spiel. Ich denke, es werden einige Anhänger dabei sein“, erklärt er. Der Mannschaft traut er angesichts des guten Teamspirits einiges zu. Und wenn es eng werde, sei da ja immer noch Routinier und Abwehrchef Jerome Propheter. Der 34-Jährige, der schon in der Dritten Liga spielte und rund 250 Regionalligapartien absolvierte, strahle die nötige Ruhe aus und gebe Stabilität, sagt Riegel.
Im Bitburger-Pokal werden fünf Runden inklusive Finale gespielt. Klassentiefere Teams genießen bis einschließlich Halbfinale Heimrecht. Das Finale findet am 24. Mai 2025 im Kölner Sportpark Höhenberg statt. Der Sieger qualifiziert sich für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals. Die Auslosung des Halbfinals erfolgt im März. Dann werden auch die Viertel- und Halbfinalpartien des FVM-Pokals der Frauen gezogen.
Bitburger-Pokal der Herren
Viertelfinale:
FSV Neunkirchen-Seelscheid (LL) vs. FC Viktoria Köln (3. Liga) Mi., 5. März, 19 Uhr
1. FC Düren (RL) vs. TSV Alemannia Aachen (3. Liga) Mi., 5. März, 19 Uhr
S.C. Fortuna Köln (RL) vs. SV Eintracht Hohkeppel (RL) Mi., 5. März, 19 Uhr
FC Teutonia Weiden (MRL) vs. SSV Merten (MRL) Mi., 5. März, 19.30 Uhr
Geplante Spieltermine gemäß Rahmenterminkalender
Bitburger-Pokal
Halbfinale: 9. April 2025
Finale: 24. Mai 2025
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