Bei der Auslosung des Bitburger-Pokals erwischte Eintracht Hohkeppel das große Los. Für den Mittelrheinligisten geht es gegen den Titelverteidiger und einzigen Drittligisten im Wettbewerb: Viktoria Köln. Im anderen Semifinale stehen sich Bezirksligist Blau-Weiß Köln und Regionalligist 1.FC Düren gegenüber. Für Vorfreude sorgte auch die Auslosung der Paarungen des Viertelfinals im Ford-Pokal der Frauen. Die live via Facebook übertragene Ziehung verspricht mit der Begegnung des Mittelrheinligisten Sportfreunde Uevekoven gegen den Regionalligisten SC Fortuna Köln das Duell eines motivierten Underdogs gegen den amtierenden Champion aus der Kölner Südstadt.
Raffaelo Wolf, Sportlicher Leiter des SC Blau-Weiß Köln, musste nach der Auslosung erst einmal durchpusten. „Das ist ein schwerer Brocken. Aber es war ja auch nichts anderes zu erwarten“, sagte Wolf, wenige Minuten nachdem Losfee Justine Schreiber, Pressesprecherin der Ford-Werke GmbH, den Regionalligisten 1. FC Düren aus der Lostrommel gefischt und zum Halbfinalgegner des Kölner Bezirksligisten gemacht hatte. „Wir freuen uns auf das Spiel. Für die Jungs wird das definitiv ein tolles Erlebnis und für den Verein ein besonderes Ereignis“, ist er sicher. Die Chancen auf den Einzug ins Finale des Bitburger-Pokal seien selbstverständlich gering. „Gegen so einen Kontrahenten gewinnt man eines von zehn Spielen“, so Wolf, der die Auslosung zusammen mit den übrigen Verantwortlichen und Spielern in der Vereinsgaststätte verfolgt hatte. Für die Akteure gelte es nun erst einmal, die Partie aus den Köpfen zu bekommen, um zunächst die Aufgaben in der Meisterschaft zu erledigen. „Die Jungs sind nach der Auslosung erstmal zum Training gegangen. Das ist gut so“, erklärte Wolf, der selbst damit begann, sich Gedanken über die Organisation des großen Spieles zu machen, das im Zeitraum 21. bis 23. März ausgetragen werden soll.
1.FC Düren ist gewarnt
Deutlich gelassener nahm Boris Schommers, Coach in Düren, das Ergebnis der Auslosung. „Ich kenne das Kölner Team noch nicht, aber das wird sich ändern. Letztlich ist die Ausgangssituation klar, wir sind der Regionalligist und nehmen die Favoritenrolle an. Wir wollen unbedingt ins Finale, denn dann geht es um einen Titel“, betont Schommers. Der Dürener Vereinsvorsitzende Wolfgang Spelthahn hatte sich derweil in Windeseile schlau gemacht über den Gastgeber aus Köln. „Selbstverständlich ist die Chance auf das Finale nun deutlich größer, als wenn wir Viktoria Köln erwischt hätten. Aber ich traue Blau-Weiß einiges zu“, sagt er, „der Bitburger-Pokal ist als Wettbewerb nicht ohne. Niemand erreicht das Halbfinale nur mit Glück. Da gehört mehr dazu.“ Außerdem habe sich seine Mannschaft zuletzt schwer getan. Das 3:2 im Viertelfinale beim Mittelrheinligisten FC Hürth sei ein harter Fight gewesen, sagt Spelthahn.
Ein harter Fight schwebt auch den Verantwortlichen des SV Eintracht Hohkeppel mit Blick auf das Semifinale im Bitburger-Pokal vor. Der Mittelrheinligist erwischte das Traumlos. Es geht gegen den Titelverteidiger Viktoria Köln. „Das ist ein Kracher. Wir schreiben ein Stück Vereinsgeschichte, das ist jetzt schon klar“, meint Mahmut Temür , Trainer in Hohkeppel. Man sei allerdings auch durchaus in der Lage, dem Favoriten Paroli zu bieten. In Köln ist man gewarnt. „Das ist eine unangenehme Aufgabe, aber ich kann mich nur wiederholen, wenn wir den Pokal gewinnen wollen, müssen wir jede Hürde nehmen“, sagt Viktoria-Vizepräsident Franz Wunderlich. Hohkeppel sei für ihn einer der letzten weißen Flecken auf der Fußball-Landkarte der Region. Einige der dortigen Spieler kennt er dagegen bestens. So haben Stürmer Lucas Musculus und Mittelfeldakteur Manuel Glowacz schon bei der Viktoria gespielt. „Hohkeppel hat einige gute Spieler. Aber wir haben in den bisherigen Runden auch nichts geschenkt bekommen. Daher bin ich optimistisch“, so Wunderlich.
Fortuna-Frauen wollen Titel verteidigen
Zuversicht strahlt auch Achim Stuhr, Abteilungsleiter Damenfußball beim Regionalligisten SC Fortuna Köln, aus. Seine Mannschaft tritt im Viertelfinale des Ford-Pokals der Frauen beim Mittelrheinligisten Sportfreunde Uevekoven an. „Das muss für uns machbar sein“, sagt er. Man kenne den Gegner und „ich kann mich an einiges heiße Duelle mit Uevokoven erinnern“, so Stuhr, „aber wir sind der Favorit.“ Er hoffe, dass sein zuletzt von vielen Erkrankungen dezimiertes Team bis zum geplanten Spieltermin am 8. April wieder deutlich besser besetzt sei. Mit der gebotenen Zurückhaltung nimmt Stuhr auch schon das mögliche Halbfinale in den Blick. Denn auch die Vorschlussrunde wurde ausgelost. Die Fortuna aus der Kölner Südstadt bekäme es dann mit dem Sieger der Partie des Mittelrheinligisten Alemannia Aachen gegen den Regionalligisten Vorwärts SpoHo Köln zu tun. „Das wäre sicherlich eine richtig knackige Nummer. Aber so weit sind wir noch nicht“, meint Stuhr.
Alemannia Aachen peilt Halbfinale an
In Aachen hofft man auf eine Überraschung gegen Vorwärts SpoHo. „Wir sind Spitzenreiter der Mittelrheinliga und müssen uns nicht verstecken“, findet Stefan Gollaschin, Koordinator Frauen bei der Alemannia. Gute Chancen auf das Halbfinale rechnet sich Rafael Tomasko, Trainer des Mittelrheinligisten Rot-Weiß Merl aus. Seine Elf trifft den Ligarivalen SV Allner-Bödingen. „Das wird ein spannender Kampf“, glaubt er. In der Meisterschaft liege der Kontrahent nur knapp voraus. „Wir wollen ihnen gerne ein Bein stellen“, so Tomasko, dessen Team angesichts des aus seiner Sicht unglücklichen 1:2 im Meisterschafts-Hinspiels noch eine Rechnung mit Allner-Bödingen offen hat.
„Die Mannschaften, die im Viertelfinale dabei sind, kennen sich gut“, weiß auch Emilie Schmidt, die zusammen als FVM-Verantwortliche mit Michael Schnitzler die Ziehung geleitet hatte. Schmidt sagte, sie erwarte hochkarätige Spiele.
Modus und Termine
Gespielt werden im Bitburger-Pokal fünf Runden inklusive Finale, bis der neue Bitburger-Pokalsieger feststeht. Klassentiefere Teams genießen bis einschließlich Halbfinale Heimrecht. Die Spiele der Vorschlussrunde sind für den Zeitraum 21. bis 23. März vorgesehen. Das Bitburger-Pokalfinale findet am 3. Juni zum zweiten Mal im Sportpark Höhenberg in Köln statt. Geplant ist wieder eine Übertragung der ARD als Live-Konferenz im Rahmen des bundesweiten Finaltags der Amateure. Die Sieger des Wettbewerbs qualifiziert sich für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals.
Das Viertelfinale im Ford-Pokal findet am 8. April statt. Inklusive Endspiel sind insgesamt vier Runden zu spielen, wobei klassentiefere Teams bis einschließlich Halbfinale Heimrecht genießen. Das Finale findet am 8. Juni (Fronleichnam) in Arnoldsweiler statt. Der Sieger qualifiziert sich ebenfalls für die erste Runde des DFB-Pokals.
Bitburger-Pokal
Halbfinal-Paarungen:
- SC Blau-Weiß 06 Köln (BL) - 1. FC Düren (RL)
- SV Eintracht Hohkeppel (ML) - FC Viktoria Köln (3. Liga)
Anmerkung zum Bitburger-Pokal:
Noch bis zum 3. März läuft die Umfrage zur Weiterentwicklung des Bitburger-Pokals und Bitburger-Kreispokals, bei der die Meinung aller Fußballinteressierten gefragt ist. Hier teilnehmen.
Spieltermine
- Halbfinale: 21. bis 23. März 2023
- Finale: 3. Juni 2023 (Sportpark Höhenberg Köln im Rahmen des Finaltags der Amateure und der bundesweiten Live-Konferenz in der ARD)
Ford-Pokal der Frauen
Viertelfinal-Paarungen:
- SC West Köln (ML) - SV Viktoria RW Waldenrath-Straeten (ML)
- Alemannia Aachen (ML) - Vorwärts SpoHo Köln (RL)
- SF Uevekoven (ML) - S.C. Fortuna Köln (RL)
- RW Merl (ML) - SV Allner-Bödingen (ML)
Halbfinal-Paarungen:
- Sieger SF Uevekoven (ML)/S.C. Fortuna Köln (RL) – Sieger Alemannia Aachen (ML)/Vorwärts SpoHo Köln (RL)*
- Sieger SC West Köln (ML)/SV Viktoria RW Waldenrath-Straeten (ML) – Sieger RW Merl (ML) - SV Allner-Bödingen (ML)
* ggf Heimrechttausch
Spieltermine:
- Viertelfinale: 8. April 2023
- Halbfinale: 18. Mai 2023
- Finale: 8. Juni 2023 (in Arnoldsweiler, gemeinsam mit den Finalspielen um den ARAG-Pokal der B- und C-Juniorinnen)
FVM startet große Umfrage zum Bitburger-Pokal: Jetzt hier mitmachen!
Weitere Informationen zum Bitburger-Pokal finden Sie hier.
Weitere Informationen zum Ford-Pokal sind hier zu finden.
