Erster Finalist im Bitburger-FVM-Pokal steht– Derby im Endspiel des Schaebens-Pokals der Frauen

Erster Finalist im Bitburger-FVM-Pokal steht– Derby im Endspiel des Schaebens-Pokals der Frauen

Es war Donnerstagabend, kurz vor 21 Uhr, als Rekordchampion Viktoria Köln erneut einen Platz im Finale daheim buchte. Der Drittligist und Titelverteidiger machte mit einem 4:1 (2:0) beim Mittelrheinligisten SV Eintracht Hohkeppel den Einzug ins Endspiel um den Bitburger-Pokal perfekt. „Der Erfolg freut mich für die Jungs, sie haben sich es verdient, im Pokalfinale zu stehen. Das war eines der großen Saisonziele und wird sicherlich wieder etwas ganz Besonderes“, sagte Viktoria-Trainer Marian Wilhelm nach dem Abpfiff. Seine Elf tritt damit am 23. Mai zum Finale im Kölner Sportpark Höhenberg, ihrer gewohnten Heimspielstätte, an. Dort geht es um den Titel und den Einzug in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals. Den Gegner ermitteln der S.C. Fortuna Köln und der Bonner SC in einem regionalligainternen Duell am Mittwoch, 1. April, 19.30 Uhr, im Kölner Südstadion.

In Hohkeppel zeigte man sich als fairer Verlierer. „Unter dem Strich ging unsere Niederlage in Ordnung. Wir haben ein gutes Spiel gezeigt, hätten aber einen Sahnetag und die Viktoria einen schwachen Auftritt erwischen müssen, um diesen Vergleich zu gewinnen“, so Kevin Theisen, Geschäftsführer und Sportlicher Leiter beim SV Eintracht Hohkeppel. Diese Konstellation blieb Wunschdenken der Gastgeber. Dabei hätte Denys Pinchuk dem Glauben an den großen Coup frühzeitig Rückenwind verleihen können. Doch sein Kopfball aus aussichtsreicher Position verfehlte kurz nach dem Anpfiff das Kölner Tor. „Das war eine Riesenchance“, ärgerte sich Theisen über den verpassten Traumstart.

Yannick Tonye erzielt wichtiges Führungstor für Viktoria Köln

Es sollte aber noch bitterer kommen. Yannick Tonye vollendete nach 14 Minuten einen Angriff der Gäste mit dem 1:0 und nur zwei Minuten später lud Hohkeppels Angelo Langer mit einem Ballverlust den Kölner Lucas Wolf zum 2:0 ein. „Wir haben von Anfang an sehr konzentriert gespielt. Das war wichtig, denn uns war klar, dass es keine leichte Aufgabe werden würde. Hohkeppel hat eine starke Pokalsaison und gute Meisterschaftsrückrunde gespielt“, befand Wilhelm, dessen Team den Zwei-Tore-Vorsprung mit in die Pause nahm. Und auch Theisen bescheinigte dem Kontrahenten, „einen Tick besser“ gewesen zu sein.

„In der Halbzeitpause haben wir uns einiges vorgenommen, umso bitterer war das frühe 0:3“, so Theisen über Tonyes zweiten Treffer nach 49 Minuten. Nun wurde die ohnehin schon schwierige Aufgabe für die Gastgeber zu einer nahezu unlösbaren. Immerhin, nur fünf Minuten nach dem 0:3 keimte ein wenig Hoffnung in den Reihen des SV Eintracht auf. Es gab Handelfmeter für Hohkeppel. Firat Tuncer trat an und verkürzte auf 1:3 (54.). Arian Amyn zwang Viktoria-Keeper Arne Schulz anschließend zu einer Parade, das 2:3 blieb aber aus. Und so konnte Robin Velasco mit dem 4:1 letzte Zweifel am Erfolg der Kölner beseitigen (80.). „Jetzt freuen wir uns auf das Finale und sind gespannt, wer dort auf uns wartet. Der Bonner SC und der S.C. Fortuna Köln sind beides tolle Gegner“, erklärte Wilhelm.

S.C. Fortuna Köln gewinnt ersten Pflichtspiel-Vergleich bei Viktoria Köln

Im Schaebens-Pokal der Frauen ist hingegen schon klar, wer das Finale am 1. Mai bestreiten wird: Mit dem S.C. Fortuna Köln und Vorwärts Spoho treffen zwei Regionalligisten aus der Rheinmetropole im Troisdorfer Aggerstadion aufeinander. Der Titelverteidiger aus der Kölner Südstadt gab sich im Halbfinale auf der rechten Rheinseite keine Blöße. Das Team um Fortuna-Coach Marc Gertzen feierte einen 4:0 (1:0) -Sieg beim ambitionierten Landesligisten Viktoria Köln. „Letztlich haben wir das Spiel souverän gewonnen. In der ersten Hälfte haben wir uns das Leben aber noch selbst schwer gemacht“, so Gertzen. Man habe nicht das volle Potenzial abgerufen, während die Viktoria mit Leidenschaft und Geschick verteidigt habe. Tatsächlich sprangen nur wenige Chancen für die favorisierte Fortuna heraus. Es dauerte bis zur 30. Minute, ehe Alina Recht nach einem Steckpass von Svenja Streller mit einem Schuss ins kurze Eck zur Führung traf. Pech hatte Anna Grassinger, die am Pfosten des Viktoria-Tores scheiterte.

Schnelles 2:0 nach dem Wechsel verleiht Gästen einen Schub

Nach dem Wechsel drehten die Gäste dann auf, wohl auch beflügelt vom schnellen 2:0 erneut durch Recht (47.). Fabienne Meder (75.) und die eingewechselte Vivien Schwing (90.) erhöhten anschließend auf 4:0. „Wir haben in der zweiten Hälfte mit deutlich mehr Tempo agiert, das war wichtig und das frühe 2:0 hat uns auf jeden Fall einen Extra-Schub verliehen. Das gemeinsame Kölsch in der Kabine haben sich die Spielerinnen auf jeden Fall verdient“, war Gertzen angetan. Überzeugt hatte den Tainer auch die Atmosphäre rund um den Kunstrasenplatz der Viktoria. Dort habe tolle Stimmung geherrscht. „Es war friedlich, fröhlich und fair“, fand er.

Da konnte Daniel Merten, Trainer der Gastgeberinnen, nur zustimmen. „Dieses Spiel war gute Werbung für den Frauenfußball in Köln“, meinte er. Zwar habe man verdient verloren, könne aber stolz darauf sein, beim ersten Pflichtspiel-Vergleich der Frauenteams der beiden traditionsreichen Vereine dabei gewesen zu sein. „Das ist ein kleines Stück Fußball-Geschichte und wir durften ein Teil davon sein“, so Merten. Seine Elf habe gegen den Regionalligisten das Bestmöglichste herausgeholt, gut verteidigt, aber eben keine großen Chancen kreiert. „Dafür fehlten uns heute die Waffen“, sagte der Viktoria-Coach.

Vorwärts Spoho stürmt mit Kantersieg ins Finale

Einen deutlichen Ausgang fand auch das zweite Semifinale. Vorwärts Spoho Köln siegte mit 6:0 beim Mittelrheinligisten SV Viktoria Rot-Weiß Waldenrath/Straeten. Bereits zur Pause war angesichts eines 5:0-Zwischnstands eine Vorentscheidung gefallen. „Der Leistungsunterschied war sehr deutlich. Es war eine absolute Lehrstunde für uns. Der Gegner war schneller, besser in den Zweikämpfen, hatte eine gute Raumaufteilung und extrem hohe Passqualität“, musste SV-Trainer Maik Honold anerkennen. Seine Elf habe nicht mutig genug gespielt und sei von den Kölnerinnen überrannt worden.

Spoho-Coach Josh Green war derweil stolz auf sein Team. „Dieser Auftritt war nicht selbstverständlich. Es war ein Spiel unter der Woche, mit einer langen Anreise. Wir haben von Anfang an den Druck von uns weg, auf den Gegner verlagert. Und wir waren eiskalt“, sagte er. Jennifer Schlee eröffnete in der 25. Minute das Torfestival, als sie zwei Gegenspielerinnen vernaschte und zum 1:0 einschoss. Dann folgte die große Gala von Gianna Rackow. Die einstige Leverkusener Bundesliga-Akteurin traf in der 32., 44., 45. und 66. Minute für ihre Mannschaft. „Vor allem ihr letzter Treffer aus rund 40 Metern Torentfernung war sehenswert. Sie hat einen sehr guten Auftritt hingelegt“, lobte Green seine Vierfach-Torschützin. Das zwischenzeitliche 3:0 war Ann-Kathrin Vinken nach 37 Minuten gelungen. „Jetzt freuen wir uns auf das Finale gegen die Fortuna. Ein Derby im Endspiel ist einfach geil“, so Green, dessen Team bereits am Sonntag, 29. März, 15 Uhr, in Meisterschaft auf den Lokalrivalen trifft und damit eine Generalprobe absolvieren kann.

Bitburger-Pokal 2025/26: Halbfinal-Paarungen

  • SV Eintracht Hohkeppel (MRL) - FC Viktoria Köln (3. Liga) 1:4
  • S.C. Fortuna Köln (RL) - Bonner SC (RL) Mittwoch, 1. April, 19.30 Uhr.

Modus

Gespielt werden sechs Runden inklusive Finale. 

Klassentiefere Teams genießen im Bitburger-Pokal bis einschließlich Halbfinale Heimrecht. 

Das Finale findet am 23. Mai 2026 im Kölner Sportpark Höhenberg statt.  

Der Sieger qualifiziert sich für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals.

Schaebens-Pokal der Frauen 2025/2026: Halbfinal-Paarungen

  • FC Viktoria Köln (LL) - S.C. Fortuna Köln (RL) 0:4
  • SV Viktoria RW Waldenrath/Straeten (MRL) - Vorwärts SpoHo Köln (RL) 0:6

Modus

Im Schaebens-Pokal der Frauen sind inklusive Finale nach der Play-Off-Runde vier Runden zu spielen.

Klassentiefere Teams genießen im Schaebens-Pokal der Frauen bis einschließlich Halbfinale Heimrecht. 

Das Finale im Schaebens-Pokal der Frauen findet am 1. Mai 2026 (Tag der Arbeit) im Aggerstadion Troisdorf statt.

Die Siegerinnen qualifizieren sich für die Play-Off-Runde des DFB-Pokals der Frauen. 

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