Der letzte große Auftritt der Saison hat es in sich - und er weckt reichlich Vorfreude. Am Mittwoch, 27. Mai, 19 Uhr, treffen im Endspiel des FVM-Pokals der A-Junioren im Troisdorfer Aggerstadion (Taubengasse 203) mit Bayer 04 Leverkusen und dem FC Viktoria Köln zwei ambitionierte Teams aufeinander. „Wir wollen auf jeden Fall diesen Titel holen“, sagt Hüzeyfe Dogan, Co-Trainer in Leverkusen. Es gehe um einen erfolgreichen Abschluss und selbstverständlich auch um große Momente für die Erinnerung. „Einen Wettbewerb zu gewinnen, ist immer etwas Besonderes, das man nicht so schnell vergisst“, sagt er. Die Verantwortlichen des Kontrahenten aus dem rechtsrheinischen Köln sehen das nicht anders. „Wir freuen uns extrem auf dieses Spiel“, stellt Pietro Schiavo, Coach auf der Viktoria-Bank, klar.
2022 stand sein Verein letztmals im A-Junioren-Finale. Damals musste man sich nach einem packenden Duell in der Verlängerung dem 1. FC Köln mit 0:2 geschlagen geben. „Jetzt, nach vier Jahren wieder dort anzutreten, ist sehr schön und schon ein großer Erfolg“, so Schiavo, der damals zwar schon im Nachwuchsbereich der Höhenberger tätig, aber noch nicht für die U-19-Mannschaft verantwortlich war. Diesen Posten hat der 32-Jährige erst seit rund zwei Jahren inne. Somit hat das Endspiel für ihn so etwas wie Premieren-Charakter. Doch Schiavo weiß ganz offensichtlich, wie man ein Team auf Pokalspiele vorbereitet. Das machte das 5:3 im Viertelfinale beim FC Hennef und dann insbesondere das Semifinale deutlich, als seine Elf den favorisierten 1. FC Köln mit 2:1 bezwang – wohlgemerkt nach einem 0:1-Pausenrückstand. Vincent Carus glich aus und Kiyan Ermis sorgte kurz vor Schluss für den entscheidenden Treffer.
Kompliment für den Kontrahenten
Ein gutes Erlebnis vor einer schönen Kulisse sei das gewesen, sagt der Coach, der nun gerne noch einen draufsetzen würde. Doch er weiß um die Schwere der Aufgabe. „Leverkusen leistet sehr gute Nachwuchsarbeit und auch diese U-19-Mannschaft hat enorme individuelle Qualität“, sagt Schiavo. Das gelte es anzuerkennen. „Bayer 04 ist ohne Frage der Favorit in diesem Endspiel“, sagt er. Gleichwohl sei ein Finale immer offen und „wir werden sicherlich unsere Momente bekommen“, ist er überzeugt.
Bayer 04 ist tatsächlich Dauerfinalist. 2023 und 2024 reichte es zu Platz zwei, im vergangenen Jahr dann zum Titelgewinn. In einem packenden Spiel wurde Alemannia Aachen mit 3:1 nach Verlängerung bezwungen. Kerim Alajbegovic, einer der damaligen Torschützen, verschlug es anschließend zum Red Bull Salzburg, wo er zum bosnischen Nationalspieler und einem der gefragtesten Jungprofis des Kontinents reifte und seinen Ausbildungsverein unlängst die vereinbarte Rückkaufoption ziehen ließ. An seiner Seite damals Montrell Culbreath, der in Leverkusen blieb und in der Rückrunde unter Bayer-Trainer Kasper Hjulmand zum Stammspieler im Profiteam wurde. Andere sind immer noch Führungsspieler der U-19-Mannschaft: etwa Angreifer Emmanuel Owen, Abwehrchef Ferdinand Pohl oder Mittelfeldakteur Jeremiah Mensah. Das Trio dürfte nun erneut dabei sein. Culbreath wird indes nicht mehr im Nachwuchs eingesetzt und auch auf den verletzten Nebe Domnic sowie Keeper Simeon Rapsch und Jonah Berghoff (Länderspiel-Abstellungen) wird Leverkusen um Kapitän Ben Hawighorst verzichten müssen.
Dreifachtorschütze im Semifinale
Im Semifinale, beim deutlichen 5:1 (2:1)-Erfolg beim Mittelrheinligisten SV Eilendorf, avancierte Berkan Ermec zum Mann des Abends. Er schnürte einen Dreierpack. Hinzu kamen Tore von Jeremiah Mensah und Owen. „Berkan hat seine Qualitäten in der Box sehr gut ausgespielt“, so Dogan, dessen Team mit dem Sieg Wiedergutmachung für das vorangegangene 1:3 n.V. beim 1. FC Heidenheim 1846 im Achtelfinale der Meisterschaftsendrunde betrieb. „Nun wollen wir uns gebührend aus der Saison verabschieden. Aber wir wissen, dass uns der Gegner alles abverlangen“, erklärt Dogan.
Tatsächlich verfügt auch die Viktoria über Klasse. Die Teilnahme an der A-Liga-Hauptrunde in der DFB-Nachwuchsrunde wurde nur knapp verpasst und in der B-Liga gehörte man zu den besten Mannschaften. Mit Verteidiger Felix Albers, Offensivakteur Diego Perri und Torwart David Wyciok wurden zuletzt drei Spieler mit einem Profivertrag ausgestattet. Valentin Schäfer, Sportlicher Leiter Viktoria Köln, lobte Albers als „vielseitigen Verteidiger mit guter Athletik, Robustheit im Zweikampf und Qualitäten im Passspiel“ und auch Perri und Wyciok wurde eine tolle Entwicklung bescheinigt. „Grundsätzlich kommen wir aber über das gute mannschaftliche Gefüge, den Zusammenhalt“, betont Schiavo. Man sei immer bestrebt, aktiv mit und gegen Ball zu agieren und Verantwortung für das Spiel zu übernehmen. Diese Philosophie soll nun zur Basis für eine gute Leistung gegen Bayer 04 werden.
