Gelebte Teilhabe: Inklusionswerkself feierte Premiere in Texas

Gelebte Teilhabe: Inklusionswerkself feierte Premiere in Texas

Nach 15 Jahren unter dem Titel „Einfach Fußball“ hat Bayer 04 Leverkusen seinem inklusiven Fußball-Projekt einen neuen Namen gegeben: Künftig firmiert die Initiative als „Inklusionswerkself“. Damit ist die Nähe zur „Werkself“ als weithin vertrauter Bezeichnung der Bayer-Profifußballer nun für alle offensichtlich. Die Umbenennung soll  aber noch mehr sein. „Sie ist ein Versprechen“, erklärt Cheftrainer Niclas Albers.

Der neue Name mache sichtbar, was das Projekt längst auszeichne: gelebte Inklusion, Teilhabe und Gemeinschaft. „Fußball ist für alle da, unabhängig von körperlichen oder geistigen Einschränkungen. Genau das wollen wir zeigen: auf dem Platz, im Verein und auch international“, so Albers. Was einst mit zwei Betreuern und einer kleinen Trainingsgruppe begann, ist heute ein fester Bestandteil des Klubs. 25 Spieler*innen sowie fünf qualifizierte Trainer sind die Protagonisten des Projekts, das tatsächlich inzwischen international mitmischt: So ging es im Sommer unter dem neuen Namen nach Houston, Texas, wo die Teilnahme am Genuine World Cup 2025 anstand.

Internationales Teilnehmerfeld mit 40 Teams 40 Teams aus 23 Nationen kamen an der dortigen Rice University zusammen, um Inklusion und Fußball auf einer großen Bühne zu feiern. Das Turnier folgte einem besonderen System: Nach jedem Spiel wurden die Paarungen neu gemischt, sodass alle Teams faire Chancen auf Erfolgserlebnisse hatten – ein Modell echter Teilhabe also. Für die Inklusionswerkself begann die Reise aber fernab des Fußballplatzes mit einem besonderen Auftakt: Im Nasa Space-Center trafen die Spieler*innen auf US-Astronaut Toni Antonelli. „Auf dem Platz dürft ihr Rivalen sein, aber danach seid ihr Nachbarn“, sagte er. Worte, die Eindruck hinterließen.

Fulminates Comeback im Spiel gegen Club América

Sportlich zeigte die Werkself starke Leistungen. Nach einer Auftaktniederlage platzte der Knoten mit einem 4:1 gegen Athletic Bilbao. Weitere Siege, darunter ein spektakuläres 4:3 gegen Club América, mit einem fulminanten Comeback nach 0:3-Rückstand, sorgten für große Emotionen. Nicht jedes Spiel wurde gewonnen, doch Einsatz und Teamgeist beeindruckten alle Gegner. Der Besuch des Finals im traditionsreichen Rice Stadium bei über 35 Grad war dann krönender Abschluss einer intensiven Woche. Für die Leverkusener Equipe blieb es beim Spiel um Platz elf, doch die Stimmung trübte das nicht. Die Reise war auch eine logistische und menschliche Herausforderung. Einige Spieler benötigen Unterstützung beim Sprechen, Lesen oder bei der Einnahme von Medikamenten. Das Trainerteam achtete auf Struktur und Sicherheit, ließ aber bewusst Raum für Selbstständigkeit. „Unsere Spieler meistern hier Herausforderungen, die viele unterschätzen würden“, sagt Albers. „Ein neues Land, eine fremde Sprache und gleichzeitig mehrere Spiele. Sie wachsen daran. Dieses Turnier ist nicht einfach nur Fußball, es ist eine prägende Lebenserfahrung“, betont Albers.

Freundschaften über Grenzen hinweg geschlossen

Neben den sportlichen Erfolgen ging es um Kontakte und Austausch. Es entstanden  Freundschaften mit Spieler*innen aus aller Welt. Auch der deutsche Generalkonsul Kai Hennig besuchte die Mannschaft, überreichte Pins und unterstützte das Team beim Finalspiel. Für Bayer 04 war die Teilnahme in Houston damit mehr als ein sportlicher Ausflug: Sie unterstrich den Anspruch, Inklusion auf internationaler Bühne sichtbar zu machen: als fester Teil der Werkself-Familie.

Text: FVM/Bayer 04 - Foto: Bayer 04
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