Den ersten Sieg überhaupt im Schaebens-Pokal der Frauen feierte Landesligist FC Viktoria Köln. In der Auftaktrunde des erstmals unter dem Namen des neuen Haupt- und Titelsponsors ausgetragenen Wettbewerbs bezwangen die Kölnerinnen den Mittelrheinligisten RW Merl. Das goldene Tor in diesem Achtelfinalspiel fiel früh. Gerade einmal sieben Minuten waren gespielt, da lief Josipa Bokanovic auf das Gästetor zu und zog ab. Zwar scheiterte sie zunächst an Torhüterin Franziska Mertens, doch den Abpraller nutzte sie dann zum Kölner Führungstreffer. „Der Ballverlust vor dem Tor war nicht die einzige Unsicherheit. Wir haben die erste Hälfte einfach verschlafen“, fand Denise Blumenroth, Trainerin von RW Merl, die zudem Kapitänin Laura Marx mit einer schweren Knieverletzung auswechseln musste. In der zweiten Hälfte bot sich dann ein verändertes Bild. Nun drehte Merl auf. „Als wir mit dem Rücken zur Wand standen, haben wir sehr gut gespielt. Wir hatten auch jede Menge Chancen, Distanzschüsse, Freistöße und gefährliche Eckbälle, aber das Ding wollte einfach nicht rein“, so Blumenroth.
Marina Buschinski, Sportliche Leiterin bei der Viktoria, blickte glücklich auf einen „echten Pokalfight“ zurück. „Es stimmt, in der zweiten Halbzeit mussten wir dem gegnerischen Druck standhalten. Aber wir haben uns den Erfolg mit Leidenschaft und einer überlegenen ersten Hälfte verdient“, sagte sie. Buschinski sprach von einem „Riesenerfolg“ ihrer Mannschaft gegen den klassenhöheren Kontrahenten. „Nun haben wir die Aussicht auf ein Spiel gegen einen noch größeren Gegner. Mal schauen, was nach der Auslosung auf uns zukommt.“
Bedburger BV setzt Erfolgsserie fort
Mit dem Bedburger BV gelang noch einem weiteren Landesligisten ein Sieg gegen einen Mittelrheinligisten. Die Begegnung gegen den TuS 08 Jüngersdorf-Stütgerloch wurde zu einer spannenden Angelegenheit und fand erst in der Verlängerung ihren Gewinner. Mit 4:2 (2:2, 0:1) setzten sich die Bedburgerinnen um die beiden Coaches Tobias Wolff und Hendrik Grotjan durch. Ihre Mannschaft begann forsch. „Bedburger hat hoch gepresst und ist gut angelaufen, aber wir haben diese Phase gut überstanden und uns befreit“, fand Hans-Josef Ohrem, Trainer des TuS Jüngerdorf-Stütgerloch. Es kam noch besser für sein Team. Nach 26 Minuten gab es einen Handelfmeter, den Lisa Kreifelts zum Führungstreffer nutzte. „Danach hatten wir das Geschehen erstmal im Griff“, so Ohrem.
Doch mit zunehmender Spieldauer wurden die Bedburgerinnen immer besser. Jana Kokenov glich aus (67.) und nun war der BBV so richtig im Spiel. Etwas überraschend erzielten aber die Gäste nach 77 Minuten das 2:1 durch Aaliyah Poschmann. „Bedburg war in dieser Phase aber richtig gut, sie wollten das Spiel unbedingt drehen“, schwante Ohrem nichts Gutes. Und tatsächlich, in der zweiten Minute der Nachspielzeit trat Nele Röttgen zu einem beherzten Solo an, ließ drei Gegnerinnen stehen und traf zum umjubelten Ausgleich. „Das hat sie super gemacht, eine echte Willensleistung. Die Qualität dafür bringt sie einfach mit“, so Wolff, dessen Elf mit Rückenwind in die Verlängerung ging und durch einen platzieren Distanzschuss Pia Kücking zum 3:2 kam (107.). Als der TuS alles nach vorne warf, vollendete Röttgen einen Konter zum 4:2-Endstand (120.+1). „Wir haben nach dem 1:2 nicht den Kopf hängen lassen, sondern richtig Gas gegeben. Dafür haben wir uns belohnt“, meinte BBV-Coach Wolff. Nach den vielen Erfolgen in der Meisterschaft – Bedburg belegt Rang eins in der Landesliga – sei das Selbstvertrauen groß genug, um auch nach Rückständen noch an den Sieg zu glauben, erklärt er.
Madlen Behrends führt Vorwärts Spoho Köln zum Sieg
Josh Green, Coach des Regionalligisten Vorwärts Spoho Köln, war nach dem Match gegen den Ligarivalen SV Deutz 05 geschafft. „Es war mal wieder ein typisches Spoho-Spiel. Wir können es einfach nicht ohne Stress“, sagte er mit einem Augenzwinkern über den kräftezehrenden und packenden 6:3 (3:3, 1:2) -Erfolg nach Verlängerung. Viel mehr Dramatik kann der Pokal tatsächlich kaum bieten: Emilia Werner brachte die Gäste von der anderen Rheinseite in Führung. Elf Minuten waren da gerade einmal gespielt. Jennifer Schlee glich aus (22.), ehe Werner noch vor dem Pausenpfiff erneut zuschlug (44.). Alina Marie Scheben traf dann nach 70 Minuten auch noch zum Deutzer 3:1, während die Spoho-Spielerinnen mehrere Chancen vergaben. „Der Gegner hat es gut gemacht. Die Deutzerinnen haben sich in alles reingeschmissen und immer noch ein Bein dazwischen gebracht. Außerdem haben sie nach unseren Ballverlusten stark umgeschaltet“, lobte Green den Kontrahenten, der sich bis zur 80. Minute auf dem besten Weg ins Viertelfinale wähnen durfte.
Nun aber folgte der große Auftritt von Madlen Behrends: Nach mehreren Wochen Verletzungspause hatte die Offensivspielerin erst in der 60. Minute das Feld betreten und sie brauchte nicht viel Zeit, um das Comeback zu veredeln. In der 80. Minute blieb sie im Eins-gegen-Eins-Duell mit der 05er-Keeperin cool und traf zum 2:3. Fünf Minuten später legte sie per verwandeltem Handelfmeter das 3:3 nach – und wie: „Sie hat den Ball mit dem Vollspann in den Winkel geschossen. So viel Mut muss man erstmal haben“, war Green beeindruckt.
Spoho rettete sich also dank Behrends in die Verlängerung und zwei Minuten später schlug sie schon wieder zu, als sie einen Freistoß zur erstmaligen Führung der Gastgeber ins Deutzer Tor schoss. Zwar gaben sich die Gäste nicht geschlagen, doch Anne Sophie Voellner (113.) und Linette Karline Helene Hintzen (116.) ließen nur noch Spoho jubeln und sicherten den 6:3-Endstand. „Es war nicht unser bester Abend, aber die Mädels haben super gekämpft und eine wahnsinnige Einstellung gezeigt“, so Green.
Titelverteidiger S.C. Fortuna Köln gewinnt souverän
Der Titelverteidiger aus der Regionalliga, S.C. Fortuna Köln, ließ keinen Zweifel am Achtelfinal-Erfolg beim Mittelrheinligisten SV Menden aufkommen. Alica Linden schlug in der 24. und 37. Minute zu und stellte damit frühzeitig die Weichen zum 0:8 (0:3)-Sieg. In der 67. Minute machte sie ihren Dreierpack perfekt. Doch zuvor trafen auch ihre Mitspielerinnen. Juliana Luisa Höfer verbuchte zwei Tore (43., 48.), Alina Recht (51.) und Kira Gauger (65.) eines. Felice Noemi Vera Hahn setzte in der 78. Minute mit dem 8:0 den Schlusspunkt in einer einseitigen Partie.
"Wir haben ein gutes Spiel gezeigt und den Sieg absolut verdient mitgenommen. So ein Ergebnis gibt uns Selbstvertrauen und tut der Mannschaft richtig gut", sagt Doppelpackerin Juliana Luisa Höfer.
Im Schaebens-Pokal der Frauen werden inklusive Finale noch drei Runden gespielt. Klassentiefere Teams genießen bis einschließlich des Halbfinales das Heimrecht. Das Finale findet am 1. Mai 2026 (Tag der Arbeit) statt. Der Sieger qualifiziert sich für die Play-Off-Runde des DFB-Pokals der Frauen.
Schaebens-Pokal der Frauen 2025/2026: Achtelfinal-Paarungen
FC Viktoria Köln (LL) vs. RW Merl (MRL) 1:0.
TV Bonn-Rheindorf (KLA) vs. TuS Homburg-Bröltal (MRL) 1:2
Bedburger BV (LL) vs. TuS 08 Jüngersdorf-Stütgerloch (MRL) 4:2 n.V.
VfL Kommern (BZL) vs. TSV Alemannia Aachen (MRL) 1:5
SC Alemannia Straß (MRL) vs. SV Viktoria Rot Weiß Waldenrath/Straeten (MRL) 0:3
Vorwärts SpoHo Köln (RL) vs. SV Deutz 05 (RL) 6:3 n.V.
FC Eschweiler (BZL) vs. SV Eintracht Hohkeppel 1:3
SV Menden (MRL) vs. S.C. Fortuna Köln (RL) 0:8
Geplante Spieltermine gemäß Rahmenterminkalender
Schaebens-Pokal der Frauen
Viertelfinale: 8. Februar 2026
Halbfinale: 29. März 2026
Finale: 1. Mai 2026
Weitere Auslosungstermine
Die Viertelfinals werden Mitte Januar 2026 ausgelost.
