Schaebens-Pokal der Frauen: FC Viktoria Köln und S.C. Fortuna Köln träumen vom Derby

Schaebens-Pokal der Frauen: FC Viktoria Köln und S.C. Fortuna Köln träumen vom Derby

Schon wenige Minuten nach den Erfolgen im Viertelfinale des Schaebens-Pokals der Frauen ging der Blick der Siegerinnen nach vorne. „Jetzt wäre ein Derby gegen Viktoria Köln perfekt. Das wäre für alle Fans auf jeden Fall ein Highlight“, sprach Marc Gertzen, Coach des Frauen-Regionalligisten S.C. Fortuna Köln, aus, was man auch auf der anderen Rheinseite dachte. „Das kann ich unterschreiben. Wir hätten auf jeden Fall auch Bock auf dieses Duell“, so Marina Buschinski, Sportliche Leiterin der Viktoria-Frauen.

Dass man in der Kölner Südstadt und im rechtsrheinischen Stadtteil Höhenberg diesen Wunsch überhaupt hegen darf, lag an den souveränen Vorstellungen der Teams im Viertelfinale. Seriensieger und Titelverteidiger S.C. Fortuna Köln setzte sich beim Mittelrheinligisten TSV Alemannia Aachen durch – und wie: 6:0 (2:0) gewann Gertzens Elf. Danach sah es zunächst nicht aus. Die gastgebende Alemannia hielt wacker dagegen und verdiente sich so die erste Chance der Begegnung. Zwei Minuten waren gespielt, als Clara Nellessen vor dem Tor der Gäste zum Abschluss kam, jedoch ein wenig überhastet agierte und das Kölner Tor verfehlte. „Ein Gegentreffer hätte uns das Leben zweifellos noch schwerer gemacht“, sagte Gertzen. So aber sei seine Elf schlagartig hellwach gewesen.

Meret Folten bringt Fortuna Köln auf Siegerstraße

Mit derart geschärften Sinnen wurde die Fortuna stärker. Das belohnte Meret Folten mit dem Führungstreffer, als sie nach 37 Minuten aus 25 Metern Torentfernung entschlossen abzog und der Ball zum 1:0 einschlug. Noch vor dem Halbzeitpfiff folgte das 2:0: Svenja Streller eroberte im Aachener Strafraum den Ball, legte mit all ihrer Routine überlegt quer auf Felice Noemi Vera Hahn, die locker vollendete (44.). „Da hat sich gezeigt, wie wichtig ihre Erfahrung ist“, lobte Gertzen die Vorbereiterin. Dieser Treffer habe seiner Elf enorm in die Karten gespielt, fand er. Tatsächlich war der ärgste Widerstand dahin und Fabienne Meder (54., 64.) und Annika Boden (68., 72.) sorgten in der zweiten Halbzeit für einen doppelten Doppelschlag.

Eine ähnliche Geschichte schrieb zeitgleich die Viktoria. Im Vergleich zweier Landesligisten setzte sich die Mannschaft des Kölner Trainers Daniel Merten gegen den Bedburger BV mit 4:0 (1:0) durch, hatte zunächst aber auch einige Mühe mit einem motivierten Kontrahenten, ehe es dann deutlich wurde. „In der ersten halben Stunde war es eine Begegnung auf Augenhöhe“, fand Marina Buschinski, die Sportliche Leiterin der Viktoria-Frauen. Das sah auch BBV-Coach Hendrik Grotjan so. Man habe den Gastgeberinnen das Leben schwer gemacht. „Wir hätten durchaus einen Treffer erzielen können“, sagte er mit Blick auf die Chancen für Janina Jorissen und Nele Röttgen. Doch das einzige Tor der ersten Hälfte fiel auf der Gegenseite, als sich Eva Dordic gut durchsetzte und Josipa Bokanovic im Zentrum bediente, die cool einschoss (16.).

Viktoria Köln macht es nach dem Wechsel deutlich

So ging es in die Kabinen. Heraus kamen eine hochmotivierte Viktoria-Elf und eine Bedburger Formation, der die nachlassende Kraft anzumerken war. Das hatte Gründe. „Wir mussten viele Absagen aufgrund von Erkrankungen kompensieren“, erklärte Grotjan. Noch am Morgen vor dem Match hatten vier Akteurinnen passen müssen – darunter mit Naija-Florine Vonderbank-Jentgens auch eine wichtige Abwehrspielerin, „die den Laden zusammenhalten kann“, wie ihr Trainer betonte. Dieser Aderlass blieb nicht dauerhaft ohne Folgen. „Man hat gemerkt, dass uns Alternativen gefehlt haben, wir hatten in der Offensive zu wenig Ideen und uns ist letztlich die Puste ausgegangen“, erkannte der Bedburger Trainer. Einem Treffer kam nur noch Alina Paschke nahe, als ihr Schuss aus der Distanz an der Latte landete.

„Wir haben es am Ende gut runtergespielt und die taktischen Vorgaben umgesetzt, so dass der Sieg auch in der Höhe in Ordnung ging“, freute sich Buschinski angesichts der Tore von Bokanovic (64.), Marina Diermann (77.) und Amanda Wysocka (87.).

Spannender Schlagabtausch zweier Mittelrheinligisten

Einen spannenden Schlagabtausch lieferten sich die beiden Mittelrheinligisten TuS Homburg-Bröltal und SV Viktoria Waldenrath-Straeten. „Wir haben das Spiel in der ersten Hälfte bestimmt und haben den Gegner gut bespielt“, meinte TuS-Co-Trainer Maximilian Müller, der den erkrankten Coach Mats Bollmann an der Seitenlinie vertrat. Tatsächlich verbuchte seine Elf ein leichtes Chancenplus in einem körperbetonten Spiel. „Wir mussten in der ersten Hälfte viel verteidigen, Bröltal hatte mehr vom Spiel und wir hatten Mühe, in die Zweikämpfe zu finden“, fand Maik Honold, Trainer der Viktoria Waldenrath-Straeten.

Er reagierte, stellte taktisch um und ließ seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel defensiver agieren. „Wir haben den Gegner das Spiel aufbauen lassen“, sagte er. Für die eigenen Offensivaktionen waren nun zwei Spitzen, Joana Herrmann und Sarah-Marie Schneider, zuständig. Schnell spielte der Führungstreffer seiner Elf in die Karten. Sarah Cremers eroberte den Ball, bediente Herrmann, die zum 1:0 einschob (50.). Es blieb der einzige Treffer der Begegnung. Das lag daran, dass Waldenrath-Straeten nun griffiger und zweikampfstärker auftrat und Anisa Mekaoui rund eine Viertelstunde vor Schluss die einzige Ausgleichschance ausließ. „Aufgrund der zweiten Hälfte haben wir verdient gewonnen, auch wenn sich der Gegner bis zur letzten Minute gewehrt hat“, so Honold, der nun ebenfalls einen Wunschgegner hat: Regionalligist Vorwärts Spoho. Die Kölnerinnen erreichten das Semifinale kampflos, weil der eigentliche achte Viertelfinalist SV Eintracht Hohkeppel seine Frauenmannschaft zurückgezogen hatte.

Im Schaebens-Pokal der Frauen sind inklusive Finale nach der Play-Off-Runde vier Runden zu spielen. Klassentiefere Teams genießen bis einschließlich Halbfinale Heimrecht.  Das Finale findet am 1. Mai (Tag der Arbeit) im Aggerstadion in Troisdorf statt. Die Siegerinnen qualifizieren sich für die Play-Off-Runde des DFB-Pokals der Frauen. 

 

Schaebens-Pokal der Frauen 2025/26

Viertelfinals:

  • Vorwärts SpoHo Köln (RL) – Freilos
  • FC Viktoria Köln (LL) – Bedburger BV (LL) 4:0
  • TuS Homburg Bröltal (MRL) – SV Viktoria Waldenrath/Straeten (MRL) 0:1
  • TSV Alemannia Aachen (MRL) – S.C. Fortuna Köln (RL) 0:6

 

Geplante Spieltermine gemäß Rahmenterminkalender

  • Halbfinale: 29. März 2026
  • Finale: 1. Mai 2026

 

Weitere Auslosungstermine

Die Halbfinals im Bitburger-Pokal der Herren und im Schaebens-Pokal der Frauen werden voraussichtlich Anfang März 2026 ausgelost.

Mehr zum Thema
Nach oben scrollen