Trans im Fußball - Info- und Austauschtreffen des Frauenfußballs im Kreis Köln

Trans im Fußball - Info- und Austauschtreffen des Frauenfußballs im Kreis Köln

Fußball ist für alle da! Unter diesem Motto luden die Frauenfußballbeauftragte des Kreises Köln Lea Wippermann und Valentina Adames aus dem Kreisspielausschuss Köln Vertreter*innen der Frauenmannschaften im Kreis Köln am 20. November 2024 zu einem Informations- und Austauschtreffen im Clubheim von ESV Olympia Köln ein.

Der 20. November ist ein Gedenktag an alle Transpersonen, die der Transfeindlichkeit zum Opfer gefallen sind.
Der Anlass unter anderem für das Treffen: Salis Michalik (DJK Südwest Köln III) spielt seit März als erste Transfrau im Kreis Köln. Doch neben vielen positiven Erfahrungen auf dem Platz, musste sie seitdem leider auch einige wenig schöne machen. So sollte die Veranstaltung ein klares Zeichen gegen Diskriminierung setzen und Aufklärungsarbeit zum Thema Trans im Fußball leisten.

Für letzteres war neben Salis an diesem Abend Marlo Fuchs zuständig. Marlo arbeitet als Referent*in für queere Bildungsarbeit und führte mit vielen hilfreichen Hinweisen durch den Abend. So wurden zum Einstieg alle Teilnehmenden mit einer Präsentation zum Thema Transgeschlechtlichkeit auf einen Stand gebracht. Anschließend folgte ein Exkurs durch die Spielordnung des FVM, die seit der Saison 2021/22 den Wechsel der Spielberechtigung für inter- und transgeschlechtliche Spieler*innen erlaubt. Heißt: Betroffene Spieler*innen dürfen per Antrag selbst entscheiden, ob sie in einer Herren- oder Frauenmannschaft weiterspielen möchten – auch während des Transitionsprozesses. Inwieweit die entsprechenden Ansprechpartner*innen beim Verband schon geschult und sensibilisiert wurden, müsse sich laut Marlo Fuchs noch zeigen. Zum Abschluss der Präsentation folgte noch der Hinweis auf Anlaufstellen, um Vorfälle im Bereich Diskriminierung zu melden, wie z.B. die zentrale Anlaufstelle für Gewalt-, Diskriminierungs- und Extremismusvorfälle im WDFV. Hinsehen und den Mund aufmachen – das sei nicht nur für die unmittelbar Betroffenen von Diskriminierung ein helfendes Signal, sondern auch wichtig, um Verbänden und Funktionären zu spiegeln, dass Transfeindlichkeit leider durchaus auch nach der Änderung des Spielrechts ein Thema sei.

Dies verdeutlichte im Anschluss Salis Michalik in einem sehr persönlichen Bericht, den sie aber zunächst einleitete mit ihren vielen tollen Erfahrungen auf den Kölner Fußballplätzen und insbesondere bei ihrem Verein DJK Südwest, für die sie sehr dankbar sei. Doch neben den schönen Erfahrungen, habe sie leider auch immer wieder Diskriminierungen durch Gegenspieler*innen, Trainer*innen und Zuschauer*innen erleben müssen.

Ein Spiel musste sogar abgebrochen werden, nachdem eine Gegenspielerin ihr mit dem Knie in den Nacken gesprungen war. Kein normales Foul, sondern der Höhepunkt körperlicher Attacken gegen sie, so Salis, die im Anschluss mit dem Krankenwagen abgeholt werden musste. Sie selbst will trotzdem weiter machen und für das Thema sensibilisieren, in dem sie z.B. vor Spielen proaktiv auf die gegnerischen Mannschaften zugeht, sich vorstellt und erklärt welche Äußerungen (z.B. über ihre Stimme, ihr Aussehen) schon verletzend sein können. Eine Sensibilisierung wünscht sie sich auch in der Schiedsrichterausbildung und bei den Sportgerichten, da sie sich hier bisher schon etwas allein gelassen fühle. So habe es bisher noch für keine gegnerische Mannschaft wirkliche Konsequenzen, trotz massiver Anfeindungen während einzelner Spiele gegeben.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es eine lebhafte Diskussion zwischen den 30 Teilnehmenden, mit vielen interessanten Vorschlägen, wie man ein Zeichen gegen Transfeindlichkeit setzen und das Thema auf dem Platz angehen könne. Von Diskriminierungsbeauftragten in den Mannschaften, über neutrale Zuschauer*innen bei „Problemspielen“ bis hin zu Spieltagsaktionen im Netz und auf dem Platz waren viele Ideen dabei, die in Zukunft in Arbeitsgruppen weiterverfolgt werden sollen. Des Weiteren sollen beim anstehenden Futsal-Frauen-Hallenkreispokal im Januar erste Zeichen gesetzt werden.

Einig waren sich am Ende eigentlich alle: Diskriminierung jeglicher Art hat auf den Fußballplätzen des Kreises Köln und darüber hinaus nichts zu suchen. Bei allem sportlichen Ehrgeiz sollte der Fußballplatz ein Ort bleiben, an dem sich alle Beteiligten willkommen, sicher und als Teil der Fußballfamilie fühlen. Denn unser Sport lebt von der Vielfalt und dem fairen Miteinander.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Marlo Fuchs und Salis Michalik für ihren Einsatz und die Mitgestaltung dieses Abends. Außerdem ein Dank an alle Teilnehmenden und nicht zuletzt an Lisa Steffny vom ESV Olympia Köln für die Bereitstellung des ESV-Clubheims als Veranstaltungsort.

Bei Interesse an der Präsentation oder an einer Mitarbeit in den Arbeitsgruppen wenden Sie sich gerne an: lea.wippermann(at)fvm.de

-va-

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