Vom Joker zum Senkrechtstarter: Benjamin Zank gewinnt Torjägerkanone im Bitburger-FVM-Pokal

Vom Joker zum Senkrechtstarter: Benjamin Zank gewinnt Torjägerkanone im Bitburger-FVM-Pokal

Den krönenden Abschluss erlebte Benjamin Zank aus ungeliebter Perspektive. Der Stürmer des Drittligisten FC Viktoria Köln konnte beim Finale im Bitburger-Pokal gegen den Regionalligisten S.C. Fortuna Köln nicht viel mehr tun, als seinem Team die Daumen zu drücken. Wie schon in den vorangegangenen Wochen zwang den 21-Jährigen ein Meniskusschaden zum Zuschauen. Dennoch dürfte der Angreifer zufrieden und stolz auf die nun zu Ende gegangene Saison blicken. Denn Zank hat einen Höhenflug hingelegt, mit dem längst nicht jeder gerechnet hatte. Er hat fünf Treffer in der Liga erzielt und sich zu einer etablierten Größe im Team der Viktoria entwickelt. Und er hat mit acht Treffern im Bitburger-Pokal die Torjägerkanone in diesem Wettbewerb auf Verbandsebene gewonnen.

Dabei war er im Sommer vergangenen Jahres vom Regionalligisten Carl Zeiss Jena ins Rheinland gelotst worden, um ihn als talentierten Nachwuchsspieler im Schatten des Goalgetters Tyger Lobinger allmählich aufzubauen. Dieser Plan galt dann auch für die Hinrunde, war aber Makulatur, als Lobinger im Winter zum Ligarivalen MSV Duisburg wechselte und damit früher Abschied nahm als gedacht. Zank, der zuvor zumeist Kurzeinsätze absolviert hatte, war auf einmal gefragt. Und der Deutsch-Nigerianer antwortete mit starken Leistungen und Treffern.

1,95 Meter großer Ziel- und Wandspieler

Bis zu seiner Verletzung stand der 1,95 Meter große Stürmer beinahe immer über 90 Minuten auf dem Platz und leistet so seinen Beitrag zu einer sorgenfreien Saison der Kölner fernab vom Kampf um den Klassenerhalt. „Ich sehe meine Stärken darin, als Ziel- und Wandspieler zu agieren und mein Tempo sowie meine Laufbereitschaft und Intensität zu nutzen“, erklärt der Angreifer, der aber betont, sich grundsätzlich in jedem Bereich noch verbessern zu können. „Besonders habe ich mir vorgenommen, mein Kopfballspiel zu verbessern und insgesamt mehr Gefahr in der Box auszustrahlen.“

Sein Coach erkennt bereits große Fortschritte bei dem 21-Jährigen. Marian Wilhelm sagt: „Er hat sich unfassbar gut gemacht.“ Zank habe sich anfangs an das hohe Tempo im Training gewöhnen müssen, sei aber fleißig und lernwillig gewesen und habe auch in den Monaten in der nicht immer einfachen Joker-Rolle stets Gas gegeben, sagt sein Trainer. Nach Lobingers Wechsel habe Zank die Chance erhalten, eine neue Rolle auszufüllen und diese Möglichkeit perfekt genutzt. Er bringe eine starke Physis und viel Leidenschaft mit – eben alles, was gute Stürmer ausmache. „Wir sind wirklich sehr happy mit seiner Entwicklung“, so Wilhelm.

Lob für Trainerteam und Umfeld

Zank gibt die Komplimente gerne zurück. „Mir haben das Umfeld und das Trainerteam in meiner Entwicklung sehr geholfen“, betont er. Schließlich sei für ihn in Köln erstmal alles neu gewesen. Begonnen hat Zank seine fußballerische Laufbahn bei der TSG Caaschwitz begonnen. 2015 ging es 40 Kilometer weiter westlich, im Nachwuchs des FC Carl Zeiss Jena weiter. In der Saison 2022/23 gab er bei dem thüringischen Traditionsverein sein Debüt in der Regionalliga Nordost, ehe es 2025 zur Viktoria ging. Sein erstes Drittligator glückte ihm beim 3:0-Sieg gegen Erzgebirge Aue am 13. September.

Noch besser verlief der Einstand im Bitburger-Pokal, wo er auch deutlich mehr Einsatzzeit bekam. Beim 5:1-Erstrunden-Sieg beim Landesligisten Germania Teveren traf der Angreifer doppelt. Und das Achtelfinale beim Bezirksligisten Wahlscheider SV machte Zank dann zu seiner ganz persönlichen Gala, als er beim 8:0 nicht weniger als fünf Treffer erzielte. „Das ist mir im Herrenbereich bis dahin noch nicht gelungen und dementsprechend gut hat es sich auch angefühlt. Allerdings weiß ich das angesichts des Gegners und der Gegebenheiten einzuordnen“, gibt sich Zank bescheiden. Doch damit nicht genug, im Viertelfinale sorgte er beim 2:1 beim Mittelrheinligisten Siegburger SV für das entscheidende Tor. Jeden Treffer hätten seine Mitspieler ihm zutiefst gegönnt, sagt Wilhelm. Denn Zank habe durch „seine sehr offene Art ihren Herzen erobert“.

Rückkehr zu alter Fitness ist das erste Ziel

So dürften seine Mitspieler, genau wie die Fans der Viktoria ihm ein baldiges Comeback wünschen. Genau auf diesen Moment arbeitet Zank hin. „Mein Ziel ist es jetzt erstmal, fit für die neue Saison zu werden und weitere Erfolge mit Viktoria zu feiern“, macht er klar. Das sei die Basis für alles weitere. Und wer weiß, möglicherweise wird ja auch noch der Wunsch irgendwann Realität, den er als kleiner Junge beim Gang auf den Fußballplatz im Kopf hatte. „Als Kind habe ich immer von der Premier League geträumt. Vielleicht ergibt sich ja irgendwann die Möglichkeit“, sagt Zank mit einem Lachen auf den Lippen. Sein Glauben an die eigenen Stärken und sein Trainingsfleiß haben ihn ja schon einige Ziele erreichen lassen und zum Gewinn der Torjägerkanone im Bitburger-Pokal 2026 geführt.

Auf den weiteren Plätzen folgen in dieser Rangliste Patrick Friesdorf vom Mittelrheinligisten Frechen 20 mit sechs Treffern, Bentley-Baxter Bahn, der viermal für den Drittligisten Alemannia Aachen traf, sowie mit Ufumwen Osawe und Alexander Guiddir zwei Vierfachtorschützen vom Mittelrheinligisten SV Eintracht Hohkeppel.

Foto: Viktoria Köln
Bildunterschrift: Christos Katzidis (FVM-Präsident), Benjamin Zank (Viktoria Köln), Denise Kirsche (Bitburger) und Patrick Zielezny (Vorsitzender Verbandsspielausschuss und Pokalspielleiter). 
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